Nannannannannan!

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Meine Söhne haben ein neues Lieblingswort. Es lautet "Nannannannannan!" Genau genommen sind das mehrere Wörter. Ziel der Übung ist es, möglichst oft Nein in möglichst kurzer Zeit zu sagen. Damit es die Eltern auch wirklich kapieren.

Diese hübsche Wortkette passt auch sehr gut auf die Melodie von "Wie schön, dass du geboren bist". Der Vierjährige singt, der Zweijährige trommelt dazu den Takt auf der Spielzeugkiste. Und die Mutter verlässt fluchtartig das Zimmer.

So schön ist es, wenn die Kinder sprechen lernen. Ein weiteres Lieblingswort meines jüngsten Kindes ist "gleich". Das verwendet er sehr gerne, wenn er gerufen wird: "Gleich!" Woher er das wohl hat? Moment, ich denke gleich darüber nach. Zuerst muss ich noch einen Hadderdei für den Kleinen kochen. Das mache ich mit viel Liebe nach einem alten amerikanischen Hausfrauenrezept: Haferflocken und Milch in eine Schüssel und dann ab in die Mikrowelle. Genauer gesagt benutze ich "Andemilch", auch genannt Hafermilch. Der Mittlere wollte sogar schon einmal wissen, wie man "Hafer-Soja-Drink" schreibt. Vielleicht sollten wir die neuesten Ernährungstrends mal etwas kritischer betrachten.

Wobei: Auf Fisch mit Popcornreis hätte ich schon mal Lust. Den gab es neulich im Kindergarten. Oder war es doch Bouillonreis? Was auch immer es zu Essen gibt, Hauptsache, es ist nicht geschummelt. Und vor allem nicht geschimmelt. Davon abgesehen muss man ja nicht jedes unwichtige Lebensmittel richtig benennen können. Der Kleine kann "Eis" sagen und erkennt jede Eiswerbung auf 500 Meter Entfernung. Ich muss mir also keine Sorgen machen. Er wird im Leben zurechtkommen.

Kinder haben eben einen besonderen Blick für Details. Wenn irgendwo ein Fahrzeug mit Anhänger vorbeifährt, ruft der Kleine "Tschüss, Anhänger!". Und jede Katze heißt Emily, so wie die Katze unserer Nachbarn. Unzulässig ist es dagegen, jeden Zug als "IEE" zu bezeichnen. Da versteht der Große keinen Spaß. "Das ist kein ICE, das ist ein Shinkansen!", höre ich ihn rufen.

Doch es gibt auch Momente der Harmonie. Zum Beispiel, wenn die beiden, auf Laufrad und Fahrradkindersitz sitzend beziehungsweise flitzend, das Steigerlied singen (Ich habe wohl schon erwähnt, dass uns das Weltkulturerbe ein wenig zu Kopf gestiegen ist.). Der Mittlere singt die Strophen in verkürzter Form, und der Kleine ruft "Ü-au, Ü-au". Übersetzt heißt das "Glück auf, Glück auf!" Mehr braucht er in seinem Leben eigentlich nicht mehr zu lernen.

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