Als mich heute der Hinweis eines Lesers erreichte, dass man seiner Ansicht nach zurzeit die Erdbestattung von Verstorbenen entweder verbieten oder die Leichen vorher testen lassen sollte, weil der Virus doch wohl auch "six feat under" überlegen und irgendwann ans Tageslicht zurückkehren kann, reifte in mir spontan der Entschluss, dass es an der Zeit ist, die Pause zu beenden und meinen Blog zu reaktivieren. Wenn ich auch zunächst gezweifelt habe, dass es mir wieder gelingt, einen nicht ganz so ernsten Ton anzuschlagen, weil sich an der grundsätzlichen Flut an merkwürdigen Stellungnahmen zur Pandemie nichts geändert hat und ich vermutlich täglich meine Verwunderungen darüber zum Ausdruck bringen könnte (siehe Beginn dieses Eintrages), so waren alle Bedenken beseitigt, nachdem ich mich im Netz über Dagmar Frederic informiert hatte, deren Name mir (als vor 27 Jahren eingereister Neusachse) nichts sagte, weil meine Kollegen ihren 75. Geburtstag mit Missachtung bedacht hatten und die Sängerin damit in die Liste mit weiteren Schlagerstars wie Katja Ebstein (65) und Marianne Rosenberg (60) eintrugen, weil auch deren Ehrentage in der Zeitung nicht stattgefunden hatten, während (ich wiederhole mich nun ausdrücklich) während der runde Geburtstag von Nina Hagen den Kollegen in der Kultur kürzlich eine großer Aufmacher wert gewesen war, denn ich kam in diesem Moment zu der Überzeugung, dass es tatsächlich noch andere Problem gibt als die, bei denen es darum geht, wie ein Virus unser Leben jetzt und in alle Ewigkeit verändert. An dieser Stelle schreibe ich für gewöhnlich: Amen. Doch mit dieser Akklamationsformel möchte ich meine heutigen Ausführungen nicht enden, denn die Anzahl der Leser, die sich wegen des Versuchs einer "christlichen Missionierung" meiner Kollegen in der Osterausgabe der "Freien Presse" (Abdruck des Osterliedes "Christ ist erstanden" und eines vermeintlichen "Psalms" passend zur Relativierung der diesjährigen Feiertage) erhalten habe, liegt im zweistelligen Bereich und signalisiert mir, dass bei der Frage der Religion jeder Versuch, eine emotional tragbare oder sogar heitere Antwort zu finden, vergebliche Liebesmüh ist. Wobei mir noch einfällt, dass die Anzahl der Gedichte zur aktuellen Krise mittlerweile auf mehr als 20 gestiegen ist. In diesem Sinn zitiere ich gern, weil das für jetzt ein guter Abschluss ist, diesen Autoren, denn Reime dürfen in diesen schwierigen Zeiten gern auch mal geschüttelt werden.

 

Der Mensch bedarf des Menschen nicht,

alleine sein ist meist recht schwer.

 

Drum such den Nachbarn und sei höflich,

halte Abstand, das ist möglich.

 

Wenn alles überstanden,

besuch die Freund und Verwandten.

 

Inzwischen bleibt stark und hoffnungsvoll,

wie es der Mensch auch sein soll.

 

Knut M.

 

PS: Ein Blogeintrag ganz ohne das C-Wort.

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