Zwei Verhaltensweisen von Lesern, die mich zwischen zehn und zwölf anrufen, sind bei mir eher die Regel als die Ausnahme. Erstens: Die Leute lachen über mich beziehungsweise über meine Kollegen, weil uns mal wieder ein Fehler unterlaufen ist, der nach ihrer Ansicht bei einem einigermaßen großen Vorkommen an Intelligenz niemals hätte passieren dürfen. Zweitens: Die Anrufer wollen mich testen, ob ich auch so viel Grips im Kopf habe wie sie, weil sie einen Sachverhalt in einem Artikel entdeckt haben, der ihrer Einschätzung nach so nicht stimmen kann; meistens fällt in diesen Unterhaltungen dieser Satz: "Fällt Ihnen da nichts auf?" Heute nun geschah, was eigentlich überfällig war: Diese beiden Motivationen von Lesern trafen zusammen, um mir das Leben ein kleines bisschen schwieriger und jetzt aber auch unterhaltsamer zu machen. Aber weil ich jetzt nicht Asche auf mein Haupt schütten möchte, ohne hier den Test gemacht zu machen, ob ich wirklich nur auf der Leitung stand oder doch mir mangelndes Fachwissen vorwerfen lassen muss, gilt es jetzt, diese Aufgabe zu lösen. Zunächst die Nachricht, die heute auf der Seite "Wirtschaft" zu lesen war:

 

Heizölpreise auf Fünfjahreshoch

Hamburg: Die Preise für Heizöl haben ihren höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Im bundesweiten Durchschnitt waren gestern mehr als 84 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt.) zu bezahlen, wie aus den einschlägigen Preisseiten im Internet hervorgeht. So teuer war Heizöl zuletzt im Herbst 2013. Ursache für die hohen Preise seien die niedrigen Wasserstände der Flüsse nach der langen Trockenheit. Die Preise für Rohöl waren zuletzt wieder etwas gefallen.

 

Insgesamt vier Leser haben sich deswegen bei mir gemeldet und entweder schallend gelacht angesichts der Behauptung, dass die Flüsse etwas mit den Heizölpreisen zu tun haben sollen, oder sie wollten von mir eine Erklärung, die ich (natürlich) nicht gleich liefern konnte. Also ist das jetzt ein Rätsel, bei dem es (wieder mal) nichts zu gewinnen gibt, aber jeder möge sich die Zeit nehmen, die Lösung zu suchen, bevor er den Bildschirm auf den Kopf stellt.

 

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