Dieser Blogeintrag kann nur ein eher kurzer werden, weil es heute zwischen zehn und zwölf am Telefon nur ein Thema gab, bei dem es sich im Übrigen nicht um das mit dem Virus und der Pandemie handelte, aber über das ich mit den Leuten nicht diskutiere, weil ich schon lange zu der Erkenntnis gekommen bin, dass es besser ist, wenn ich nur zuhöre und schweige. Insgesamt neun Leser haben sich bei mir gemeldet, weil sie über das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren mit mir reden wollten; hinzu kommen noch drei, die mich darüber informiert haben, dass es gar nicht das Ende war, weil nach dem 8. Mai 1945 von den USA noch zwei Atombomben abgeworfen worden sind und erst nach der Kapitulation Japans und deren Unterzeichnung am 2. September tatsächlich dieser Krieg erst vorbei war. Drei Zeitzeugen von damals haben mir von ihren persönlichen Erlebnissen erzählt, während zwei Anrufer mich über den zwischen Hitler und Stalin geschlossenen Pakt und dessen Auswirkungen auf die Ostgrenzen von Polen aufgeklärt haben. Eine Frau hat mir ausführlich geschildert, warum man ihrer Ansicht nach die Kinder von heute, die unter der aktuellen Krise besonders leiden würden, wenn man den Berichten in der Zeitung glauben dürfe, nicht bedauern müsse, denn das Leid ihrer zwischen 1933 und 1945 geborenen Generation sei um ein wesentlich größeres gewesen, wörtlich sagte: "Und aus uns alle sind trotzdem gute Menschen geworden." Ein Leser hat sich fürchterlich darüber aufgeregt, dass wir einen Tag vor dem Gedenken an das vermeintliche Kriegsende noch Adolf Hitler mit seinem Schäferhund abgebildet hatten (siehe Blogeintrag von gestern) und meinte: "Das war ja wohl so was von daneben." Zitieren möchte ich auch diesen Leser, denn ihn ging es allein um diese Botschaft: "Ich danke den sowjetischen, amerikanischen, kanadischen, britischen, französischen, polnischen Soldaten und allen anderen Menschen, die an der Befreiung und am Widerstand beteiligt waren." Mit dem letzten Zitat möchte ich diesen Blogeintrag, diesen besonderen Freitag und die zu Ende gehende Woche doch noch zu einem (vor allem für mich) versöhnlichen Ende bringen, denn die Frau in der Leitung meinte: "Richten Sie ihrem Chefredakteur einen Gruß aus, seinem Beitrag heute auf der Titelseite stimme ich zu hundert Prozent zu." 

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