Nach einer längeren Pause ist es hier in meinem Blog zur Tradition geworden, dass ich erst einmal von dem berichte, was seit dem letzten Eintrag bei mir an Anliegen und Hinweisen von Lesern gelandet ist, aber so interessant oder unterhaltsam ist, dass es nicht unter den Tisch fallen soll, weshalb es jetzt genau darum gehen soll. Und weil es draußen kalt und nass ist, kommt es mir gut gelegen, dass ich möglicherweise das eine oder andere Lächeln in die Gesichter zaubern kann, wenn es mit einem Witz losgeht. Ein Hinweis noch: Nahezu täglich erzählen oder schicken mir Leute etwas, was sie für besonders lustig halten, doch selten kann ich mich zu einem Lächeln durchringen; dieser Leser aber hat es geschafft:

Episode 1: Diesen Witz hat mir ein Mann erzählt, weil er ihm eingefallen war, nachdem er den Artikel "Spitzentechnologie Made in Erz" in der Zeitung gelesen hatte: Eine Schweizer Firma hat den dünnsten Draht der Welt entwickelt, kann aber leider den Durchmesser nicht messen. Deswegen geben sie ihn zu den Franzosen. die geben ihn aber zurück, weil sie den Draht nicht genau vermessen können. Danach wendet sich die Schweizer Firma an Unternehmen in England, Schweden und den USA. Doch jedes Mal vergebens. Zuletzt versuchen sie ihr Glück bei einer Firma im Erzgebirge. Als Antwort kommt ein Zettel auf dem steht: "Dor Droht is 0,0000164 Millimetor dick. Aber was soll mor damit mochen? Gewinde droff oder ä loch durchbohrn?"

Episode 2: Und weil wir gerade dabei sind, gibt es gleich auch noch ein zwar kurzes "Gedicht der Woche", aber immerhin reimt es sich, und der Leser, der mir diesen Vers hat zukommen lassen, sah sich dazu veranlasst, nachdem der die Reportage "Das ist Frankfurt! Echt?" über die in neuem Glanz erstrahlende Altstadt der hessischen Metropole gelesen hatte. Ich zitiere: "Prag hat seinen Wenzelsplatz, Hamburg seinen Michl. Wien hat seinen Stephansdom und Chamms hat seinen Nischl."

Episode 3: Weil ich weiß, dass mein Kollege, der es wegen seiner Beiträge im "Keller" auf der Titelseite zu literarischem Ruhm gelangt ist, meinen Blog eher selten liest, traue ich mich jetzt einmal, eine Leserin zu Wort kommen zu lassen, die sich wegen seines Artikels "Da dreht sich was" bei mir gemeldet hatte; es ging darin um die Wirkung von Glühwein auf den Menschen, der ihn genießt und dabei vielleicht nicht beachtet, dass er Alkohol enthält und dieser für Drehungen in seinem Kopf sorgt; wer die folgende Geschichte verstehen will, sollte den Artikel vielleicht besser vorher lesen. Die Leserin meinte: "Lieber Herr H., was den Glühwein anbetrifft, so werden Sie wohl Recht haben, aber mit den Ohrenkriechern sind Sie im Irrtum. Ich habe selbst einen im Ohr gehabt. Es war in den Sommerferien am Inselsee bei Güstrow. Mein Mann und ich schliefen in der Baracke (...) Ich erwachte mit einem heftigen schneidenden Schmerz mitten in meinem Kopf.  Ich rannte um Hilfe (...) Mein tat etwas sehr Vernünftiges: Er goss warmes Wasser in mein Ohr. Und was kam heraus? Ein Ohrenkriecher. (...)"

Episode 4: Und dann hat sich noch ein Leser bei mir gemeldet, der der Meinung ist, dass die deutsche Sprache dem Untergang geweiht ist. Begründet hat er das so: 'Alle' wurde erfolgreich zu Grabe getragen. Beispiel gefällig? Die Kinder führen die ganzen Spieler aufs Spielfeld. Welch ein Glück, mit halben wäre wohl auch das Spiel nicht zu gewinnen. Fragen wir doch mal einen Spieler: Für was haben sie besonders trainiert? Oder: Mit was haben Sie sich über die Feiertage beschäftigt? Also, wofür, womit  usw. werden wohl auch bald folgen und verschwinden. Der sprachliche Abwärtstrend geht rasant weiter."

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