Zweite Dinge vorneweg: Zum einen muss, wer diesen Blogeintrag verstehen möchte, den von gestern mit der Überschrift "Jeder Mann, vielleicht auch ich" lesen. Zum anderen ist dies eine absolute Ausnahme, den den weitaus größten Teil dieses Eintrages stammt nicht von mir. Denn es haben sich, was mich ebenso freut wie auch wundert, tatsächlich zwei Leserinnen bei mir gemeldet und mir ihre Meinung zu meinem Standpunkt von gestern mitgeteilt; warum sie nicht die Kommentarfunktion gewählt und ihre Sichtweise öffentlich gemacht haben, weiß ich nicht, aber ich akzeptiere die Gründe, welche auch immer es sind, doch ohne Namensnennung darf und möchte ich ihre Zeilen hier veröffentlichen. Zuerst die Leserin, die meinen Standpunkt teilt:

"... Die vernichtende Welle der Vorverurteilung eines Menschen durch Medien und Social Networks im Rahmen der MeToo-Bewegung hat verheerende Ausmaße angenommen, die der Sache nicht mehr dienlich sind, sondern ihr eher schaden. Es ist unverantwortlich, aufgrund dubioser, anzweifelbarer und fast ausschließlich anonym vorgebrachter Anschuldigungen den Ruf und das Lebenswerk eines so herausragenden Künstlers und Menschen wie Domingo zu zerstören ..."

Eine andere Leserin meinte dagegen:

"Kann und will sich ein Mann vorstellen, wie Frau sich fühlt, so sie die Erfahrung männlicher Übergriffigkeit macht? Wie schwer es ist sich zu offenbaren, mit welchen Vorurteilen der Betroffenen begegnet wird? Wird es für die Frau besser, wenn man(n) - schulterzuckend - Zeit oder Persönlichkeit entschuldigend ins Feld führt? Weiß Mann, dass solche Erfahrungen die Gesundheit und das Leben von Frauen nachhaltig beeinflussen können? Ich kann nicht beurteilen und will nicht spekulieren inwieweit die erhobenen Vorwürfe real Erlebtem 

entsprechen, darüber muss an anderer Stelle entschieden werden. Ich möchte aber auch nicht, dass aufgrund zurückliegender Zeit oder Berühmtheit, der Startenor eine Generalabsolution erhält. Wir Frauen haben einen langen, vermutlich nie endenden Weg vor uns."

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