Zunächst möchte ich  (zum besseren Verständnis) die beiden Gründe dafür nennen, dass ich diesen Blogeintrag mit einer Frage beginne: Zum einen ist es tatsächlich meine Unwissenheit, warum ich mich mit diesem Thema an die (wegen der Anzahl der mir bekannten Leser der regelmäßigen Ausführungen an dieser Stelle) Öffentlichkeit des virtuellen Raums wende, während ich zum anderen gern auch gestehe, dass ich in diesem Fall ausnahmsweise mal wirklich keine Lust habe, mir mithilfe der Suchmaschine weitere Erkenntnisse in dieser Sache zu verschaffen. Also hier ist die Frage: Hat jemand (zufällig oder als Folge der Leidenschaft für das Sammeln antiquarischer Literatur für Kinder) das Buch "Der Neger Nobi" von Ludwig Renn im Regal stehen und kann mir nach der (eventuell erneuten) Lektüre erzählen, ob erstens das Wort "Neger", das 1962 und damit sieben Jahren nach dem ersten Erscheinen aus dem Titel verbannt wurde, in der Geschichte noch verkommt und ob das Buch deswegen oder wegen der gesamten Handlung als ein rassistisches Machwerk eingestuft werden sollte? Warum ich das überhaupt wissen möchte? Dazu dies Geständnis: Mir ist das eigentlich nicht wirklich wichtig, doch habe ich mich auf meine Unwissenheit berufen, als mir eine Leserin dieses Buch als Beispiel dafür genannt hat, dass die Menschheit angesichts der Tatsache, dass gerade weltweit Denkmäler von historischen Gestalten wegen ihrer auf jeden Fall rassistischen Taten vom Sockel gestoßen werden, vermutlich wieder kurz vor öffentlichen Bücherverbrennungen oder ähnlichen Verhältnisse wie während der chinesischen Kulturrevolution stehen würden, wenn wir weiter so machen und uns nicht dagegen wehren, dass offenbar Verhältnisse von damals mit dem Blick darauf von heute unverhältnismäßig verbogen werden sollen. Soll heißen: Ich habe ihre Ansichten zur Kenntnis genommen, diskutiert habe ich mit der Leserin aber nicht. Dabei hätte ich ihr meine Grundeinstellung ganz einfach darlegen können: Wenn ich "gebucht" werde, um bei (mehr oder weniger) geselligen Zusammenkünften vor den Einschränkungen als Folge der Pandemie mit Gitarre und Gesang für (meistens heitere, seltener melancholischer) Stimmung zu sorgen, habe ich, wenn der Alkohol die Geister der Anwesen mitunter etwas getrübt hat, noch nie ein Problem damit gehabt, "Lustig ist das Zigeunerleben" zu singen. Wer nun damit wiederum ein Problem hat, darf dies mir gern mitteilen, denn dann diskutiere ich tatsächlich gern über dieses Thema. Und ja: Ich habe auch vor 2004, als das Logo des Unternehmens neu gestaltet wurde, besonders gern Sarotti-Schokolade gegessen.

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