Es herrscht Regenzeit in Namibia. Viele Flüsse führen Hochwasser. Der Okavango bringt riesige Wassermassen aus Angola mit, wo es seit Oktober sehr starke Regenfälle gab. Die Hochwassermarke von 1969 wurde im Jahr 2009 erstmals wieder erreicht und nur ein Jahr später wurde der alte Hochwasserpegel sogar leicht überschritten. Der Okavango fließt nicht ins Meer sondern formiert sich in Botswana zu einem Binnendelta, dem Okavango Delta. Dies ist ein wahres Tierparadies. Das Wasser verdunstet und versickert an seinen Ausläufern während der Trockenzeit. In den vorgelagerten Regionen geht das Hochwasser nur sehr langsam zurück. Wegen des Hochwassers mussten seit Anfang April einige Touristenunterkünfte in der Kavangoregion geschlossen werden.


Valerie, die Wirtin der n'Kwazi Lodge, sendet mir verzweifelt eine SMS:
Keine Touristen - kein Geld - kein Brot.
Wir evakuieren alles. Wir können keine Touristen mehr empfangen. Unsere Angestellten haben wir nach Hause schicken müssen. Wir haben keine Arbeit mehr für sie. Alles ist überflutet. Wir kommen nicht mehr trockenen Fußes durch die Lodge. Viele Anwohner mussten ihre Hütten verlassen. Auch ist ein Teil ihrer Ernte verdorben.
Die Vorschulen sind seit über einem Monat geschlossen. Für die Vorschulkinder gilt ebenso: Keine Schule - kein Brot - kein neues Wissen! Die Vorschulkinder, die über die Mayana Mpora Stiftung die Schule besuchen können, erhalten an jedem Schultag Getränke, Frühstück, Obst und Mittagessen. Den Kindern fehlt ihr Schulalltag sehr. Sie sind sehr wissensdurstig und hungrig (in mehrfacher Bedeutung). Ich bin mir sicher, sobald die Schule wieder erreichbar ist, bemühen Kinder und Lehrer sich, so schnell wie möglich den Lehrstoff aufzuholen.

Gestern nun am 4. Mai kommt die erlösende Meldung, wir beginnen in der Lodge mit den Aufräumarbeiten. Es gibt Arbeit und Essen für die Angestellten. Wir hoffen, dass die Kinder bald wieder ihren Unterricht fortsetzen können und die Touristen wieder Geld in die Region bringen

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