Jeden Tag erreichen mich durchschnittlich drei bis vier Beiträge von Leuten, die weder im Verbreitungsgebiet der "Freien Presse" wohnen, noch überhaupt etwas mit der Region hier zu tun haben. Sie haben einen Text verfasst, von dem sie meinen, dass er so gut und interessant ist, dass es unbedingt veröffentlicht werden sollte. Weil es leicht ist, mit Hilfe einer Suchmaschine die Anschrift von einer oder vielen Tageszeitungen herauszubekommen und so einen Rundbrief zu starten, macht es den Absendern also keine Mühe, ihre geistigen Ergüsse unter das Volk der Medienleute zu bringen, verbunden mit der Hoffnung, dass von mehr als 300 Zeitungen sich eine erbarmt, den Text zu veröffentlichen; über Erkenntnisse, ob das tatsächlich manchmal gelingt, verfüge ich leider nicht, aber ich weiß, dass in der "Freien Presse" noch niemals ein solcher Beitrag es ins Blatt geschafft hat. Ein Beispiel? Einverstanden, dieses Schreiben erreichte mich heute:

Betreff: Beitrag "Sonne, Mond und Sterne"

Überschrift: "Astrophysik"

Erster Satz: "An einem schönen Morgen sah ich aus dem Fenster und stellte fest, dass es in unserer Welt nichts mehr zu entdecken gibt."

Letzter Satz: "Der kinetische Energiegehalt des Mondes infolge der Umlaufbewegung um die Erde bleibt gleich, die Masse wird durch die negative Beschleunigung reduziert."

Mein handschriftlicher Vermerk für das Archiv: "Beam me up, Scotty".

 

Dabei war das erst der Anfang von dem, womit ich mich heute beschäftigt habe:

Dass die Deutsche Post möglicherweise schon bald das Briefporto erhöht, hat auch unter den Lesern für ebenso viel Aufregung wie Ärger gesorgt. Ein Mann meinte dazu: "In der Weihnachtszeit versandten wir Briefe unter anderem nach Rossau, Chemnitz und München; sie ist nicht angekommen. Ein an uns gerichtetes Schreiben wurde an die Absender zurückgeschickt mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt", obwohl wir hier schon seit 2006 wohnen und die Anschrift richtig war." Warum der Leser mir das mitgeteilt hat? Sein Fazit war dieses: "Und daran wird sich auch nach der Preiserhöhung wenig ändern." Ich wohne ihm von der jährlichen Erhöhung der Fahrkartenpreise bei der Deutschen Bahn erzählen und dass deswegen viele Züge trotzdem erst mit Verspätung ihren Zielbahnhof erreichen, weil ich immer denke, dass geteiltes eben halbes Leid ist, aber das hat den Mann nicht interessiert, er hat sich mehr oder weniger grußlos von mir verabschiedet.

 

Weil sie zu den Rubriken gehört, die ich zwar zu schätzen weiß, aber ganz gern mal vernachlässige, weil die Lyrik nun mal nicht gerade zu meinen Stärken gehört, wenn es um das geschriebene Wort geht, obwohl ich beinahe täglich mit solchen Anfragen wegen einer Veröffentlichung kontaktiert werden, gehört zweifelsohne das "Gedicht des Tages" im Blog es Leserobmanns der "Freien Presse". Und weil die folgenden Zeilen in jeder Hinsicht aus dem üblichen Rahmen fallen - nicht nur deshalb, weil sie mit "Neues Jahr" überschrieben sind und mich am 25. Februar 2019 erreichten -, möchte ich diese Verse jetzt zitieren, weil ich sie darüber hinaus auch noch in meinen Ordner mit möglichen Themen für meine Memoiren verschoben habe; geradezu begeistert ich ich davon, auch wenn ich wenig von Poesie verstehe und mich auch nicht in der Lage sehe, etwas zum verwendeten Versmaß zu sagen.

 

Neues Jahr

 

Weihnachten ist nun vorbei, Silvester auch,

nun geht es wieder ins neue Jahr.

Frieden auf Erden soll immer werden,

das wünschen wir uns alle auf diese Erd,

die uns alle erhält.

 

Die Wälder und die Flüssen, das sind die Genüsse,

für Mensch und Tier, dafür danken wir,

dass wir dürfen leben hier, ohne Hunger, ohne Not,

da geht es uns hier wirklich gut.

 

Wir wünschen Millionen Menschen auf dieser Welt,

dass sie kein Hunger leiden und kein Schmerz.

Dass die Mütter nicht mehr weinen müssen,

aber ihre Kinder schützen vor Krieg, Hunger und Tod.

 

Kinder der Liebe sind wir alle auf dieser Welt,

ob schwarz oder weiß, da sind wir alle gleich.

 

E. R.

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