Sweet Homeoffice

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Jetzt geht es also wieder los. Jetzt verwandelt sich unsere Vierzimmerwohnung in ein Doppelbüro mit integriertem Kindergarten, Ganztagsschule und Freizeitzentrum. Sogar ein Atelier mit eingebautem Kino und eine Turnhalle haben wir. Zu früheren Zeiten sagten wir mal Wohnzimmer dazu, aber das hat sich geändert. Man muss halt flexibel sein.

Die Kinder nehmen es mit großer Gelassenheit. Sie kennen es ja schon, dass „wegen Corona“ dieses oder jenes nicht geht oder nicht mehr geht. Früher konnten kleine Kinder bestenfalls zwischen gestern und heute unterscheiden. Weiter zurück ging ihre Zeitrechnung bis zum März diesen Jahres nicht. Jetzt erzählt mir meine dreijährige Nichte, wie sie mit ihrer Freundin gespielt hat, „als noch nicht Corona war“.

Das große C hatte zwischenzeitlich sogar schon einen Platz an unserem Kühlschrank gefunden. Die Große hatte mit ihrer Freundin eine Corona-Ausstellung geschaffen. Darunter viele Hinweisschilder zur Maskenpflicht.

Jaja, die Masken. Der Kleine will immer unbedingt eine haben, der Mittlere hat keine Lust drauf, die Große muss sie manchmal tragen, will aber nicht. Als kleine Aufmunterung habe ich neulich eine Maske mit Anna und Elsa gekauft. Das sind ja bekanntlich die beiden jungen Eisbären aus dem Zoo von Bremerhaven. Meine Tochter macht sich übrigens auch Gedanken darüber, was ist, wenn Diebe eine Maske tragen. Dann sieht man doch gleich, dass sie Diebe sind, oder?

Man muss aber als Erwachsener auch mal damit klarkommen, dass man nicht alle Fragen beantworten kann. Wenigstens weiß ich, was orange ist und den Berg hinauf stapft. Richtig, die Wanderine. Aber was ist eigentlich süß und läuft durch die Wüste? Kann es wirklich das Karamel sein?

Jedenfalls gilt im Heimbüro vor allem: Nicht den Humor verlieren. Hin und wieder zur Erbauung ein Lied singen, zum Beispiel „Pech auf, Pech auf, der Steiger kommt“. Idee meines mittleren Sohnes, ich kann nichts dafür. Hauptsache, alle bleiben fröhlich und gelassen. Man muss die Kinder auch nicht immer gleich fragen, ob ihnen was weh tut, nur weil sie mal kurz husten. Vor allem sollte man das nicht beim Po abwischen fragen. Sonst bekommt man zur Antwort: „Ja, das Klopapier tut mir weh!“

Hauptsache, ich habe hin und wieder kurz Ruhe in meinem Büro, das im bürgerlichen Leben ein Schlafzimmer ist. Morgens bei der Frühschicht schicke ich die Kinder raus. Die Große grinst und ruft: „Gute Nacht, Mama!“

Und damit ist dann auch eigentlich alles gesagt.

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