Das Tageblatt hinter der Fensterscheibe vermeldet Bewegung in der Nachbarschaft. Werner, guter Freund der Familie, schleppt mein Gepäck zum Auto. "Sag mal, wie willst Du das alles transportieren?"  Große Reisetasche, schwer bepackter Rucksack, Laptop-Tasche und ein zusätzliches Paket, bestehend aus 4 kg diverser Strickwaren, verstaut Werner in seinem Auto. Die Verwirrung ist perfekt, da Werner auch noch zwei Beutel Altpapier im Kofferraum verstaut.

Ich kann nur danke sagen! Danke Werner. Danke Euch fleißigen Stricklieseln für Pullover, Jacken, Mützen, Strümpfe und Quadrate für Patchwork-Decken. Danke für Eure finanzielle Unterstützung. Danke für die liebevollen Päckchen und Briefe. Mir ist es schwer gefallen, etwas auszuwählen und zurückzulassen. Ich habe alle Eure lieben Gaben mit nach Namibia genommen.

Mit "Rail & Fly" will ich über Leipzig zum Frankfurter Flughafen fahren. Es sind keine Streiks angekündigt, nicht bei der Bahn und nicht am Flughafen. Aber, bei Bauarbeiten an der Strecke hat ein Baggerfahrer die Oberleitung beschädigt, sodass in Leipzig eine einstündige Umleitung über Sangerhausen und Sömmerda nach Erfurt angekündigt wird. In Fulda muss ich dann leider umsteigen, da relativ kurzfristig bekannt gegeben wird, dass unser Zug nun doch nicht bis zum Flughafen fährt. 

Na ja, wenn ich mein Gepäck aufgegeben habe, geht es mir wieder besser. Werde ich einen Aufpreis für das Übergepäck zahlen müssen?

Die Waage zeigt 25,4 kg an, auf dem Gepäckschein stehen 23 kg. Das heißt, ich habe mindestens 50 € gespart - also ein weiteres Dankeschön.
Was wiegt mein Rucksack? Nur gut, dass er nicht auf die Waage muss.

Inzwischen sitze ich in Windhoek am Pool der Chamäleon Backpacker Lodge. Die Mitarbeiter hier kennen mich, es gibt herzliche Umarmungen. Mein Zimmer wird bald bezugsfertig sein. Ich freue mich auf zwei erholsame Tage.

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