Unterwegs mit Polizei

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Eva-Maria Hommel geht sicher auf Reisen

Es gibt Fragen, die sind eigentlich keine Frage: „Mama, was magst du lieber? Tsunamis oder Vulkanausbrüche?“ Ich erkläre meinem mittleren Sohn (5), dass ich für keines der beiden Naturereignisse eine besondere Vorliebe hege, mich wegen der besseren Fluchtchancen aber stets für den Vulkanausbruch entscheiden würde.

Und weiter geht’s. „Gibt es bei uns aktive Vulkane? Warum fließt Lava eigentlich?“ Ich weiß nur eins: Die Wahrscheinlichkeit, als Mitteleuropäer einen Vulkanausbruch zu erleben, ist so gering wie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vorschulkind mal einen Aussagesatz formuliert. „Und gibt es hier kalte Vulkane?“ fragte er während einer langen Autofahrt nicht nur einmal. Wir waren auf dem Weg zu meiner Familie nach Saarbrücken. Das heißt, wir fuhren durch fünf Bundesländer und geschätzte 750 deutsche Mittelgebirge. Keine Ahnung, welche davon vulkanischen Ursprungs sind. Ich nahm mir vor, später ein Fachbuch, meinen Ehemann oder Wikipedia zu befragen.

Auf der Fahrt waren wir jedenfalls sehr sicher. Denn im Kinderrucksack befanden sich mehrere Polizisten und die Rutschstange der Playmobil-Feuerwehr. So etwas kann man immer mal gebrauchen. Nicht zu gebrauchen ist allerdings der Feuerwehrschlauch, denn der ist ständig von der Rolle. Am Ziel angekommen, sollte ich also den Miniaturschlauch in ein noch viel kleineres Loch pfriemeln und aufwickeln. Über meinem Schreibtisch hängt eine Postkarte: „Geduld hat man ja auch nur, wenn es zu viele Zeugen gibt.“ Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen. Auf mein genervtes „Das passt da nicht rein“ bekam ich von meinem Sohn zu hören, mein Bruder habe das aber schon geschafft. „Der kann ja auch alles“, antwortete ich. Wenig später klärte mich mein Bruder darüber auf, dass er für die Schlauchreparatur 45 Minuten gebraucht hatte. So viel dazu.

Im Übrigen gehen solche Kleinteile leicht verloren. Auf die Pistolen würde ich ja gern verzichten. Ich mag es sowieso nicht, wenn der Kleine (2) wie Räuberchen Hotzenplotz „Puffpuffpuff“ macht. Aber dass sich der Arm eines Polizisten jetzt 600 Kilometer vom Rest des Körpers entfernt befindet, finde ich doch irgendwie makaber.

Zum Glück gab es beim Familienbesuch auch eine echte Baustelle im Garten. Man stelle einen Sandkasten neben ein frisch ausgehobenes Erdloch. Wo werden die Kinder wohl buddeln? Richtig. Beim Füßewaschen gab es dann so manche Überschwemmung. Aber das ist ja nun wirklich keine Katastrophe.

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