Von der einen oder anderen Botschaft

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Seit Jahren schon schreibe ich mir jeden Tag, während ich mit Leuten telefoniere oder lese, was sie mir in Mails geschrieben haben, die Sätze auf, von denen ich in dem Moment meine, dass ich später vielleicht noch einmal in Ruhe darüber nachdenken sollte, was die Leserinnen und Leser mir damit wohl sagen wollten oder an welcher Stelle ich die Botschaft, von der ich meine, dass sie auch andere vernehmen sollten, verkünden kann. In dieser Woche waren es unter anderem diese:

Eine Leserin meinte: "Hass und Gewalt in der Zivilbevölkerung, nicht nur gegenüber von Entscheidungsträgern, und das starke Wachstum der Rüstungsindustrie sind nicht unbedingt Zeichen von Intelligenz. Permanent am Ast zu sägen, auf dem man sitzt ist keine gute Idee."

Ein Mann schrieb mir: "Das Leseforum finde ich sehr gut. Da merkt man wie es im Volk rumort. Solche Beiträge müssten an die Regierung geschickt werden, damit die Verantwortlichen dort auch wissen, was alles falsch läuft."

Von einer Anruferin erfuhr ich dies: "Die Politik hat während der Coronakrise nicht den Überblick verloren, sondern sie hat uns in den letzten 31 Jahren gezeigt, dass sie gar keinen hat und auch nicht gewillt ist, sich einen zu verschaffen, was ihr gerade in der Pandemie mächtig auf die Füße fällt."

Bei diesem Statement habe ich mich gefragt, was die Folge wäre, würde das Leserbrief erscheinen: "Wenn ich höre, mit welcher Selbstverständlichkeit gefordert wird, dass alle Verluste als Folge der Pandemie ausgeglichen werden sollen, frage ich mich, ob die, die hier den Mund am meisten aufreißen, fleißig gegen die DDR protestiert haben? Die soziale Sicherheit wird erst dann geschätzt, wenn sie nicht mehr da ist. Man kann eben nicht alles haben - Selbständigkeit im Kapitalismus und die soziale Hängematte."

Seinen Finger tief eine Wunde gelegt hat dieser Leser: "Nicht die Impfskeptiker und Impfverweigerer sind die Ursache für unsere Schwierigkeiten, die Coronapandemie zu meistern, sondern der schon lange Jahre existierende Pflegenotstand in Deutschland, und wer hat eigentlich die Macht und die Pflicht darauf zu reagieren und daran etwas zu ändern? Die Politik."

Zu Berichten über die von den Koalitionsparteien und von Bundeskanzler Olaf Scholz erfolgte Auswahl der neuen Ministerinnen und Minister meinte ein Leser: "All das befördert natürlich das Vertrauen in die politisch Handelnden, es schmilzt dahin wie ein Eiswürfel in der Hand."

Mit dieser meiner Meinung nach weisen Erkenntnis einer Leserin möchte ich diesen Blogeintrag beenden: "Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die einen Angst vor dem Virus haben und die anderen Angst vor der Spritze. Lasst uns die gegenseitige Meinung doch akzeptieren, statt zu diffamieren und uns die Köpfe einzuschlagen. Das schadet und verstellt den Blick für Gemeinsames." 

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