Zunächst möcht ich daran erinnern, dass ich vor fünf Jahren und neun Monaten mal einen Blogeintrag darüber geschrieben  habe, dass sieben Leser sich bei mir gemeldet und (mehr oder weniger von ihren Emotionen gebeutelt) sich darüber beschwert hatten, weil ein Kollege in der Redaktion bei seinem Bericht über eine Bergparade in der Vorweihnachtszeit die Teilnehmer dieses Zuges als "Trachtenträger" bezeichnet hat, wobei doch jeder wisse, so die Anrufer, dass ein Habit sei, den die Bergmänner tragen und eben keine "Tracht". Was ich damals auf den Punkt gebracht habe: Die Seele der Anhänger des heimatlichen Brauchtums ist eine empfindsame. Das ist eine völlig wertneutrale Feststellung, denn ich kann bei diesem Thema gar nicht mitreden, weil ich dazu überhaupt keinen persönlichen Bezug habe. Nun ist erneut solch ein Fauxpas passiert, der drei Leser dazu bewogen hatte, bei mir vorstellig zu werden und ihren Unmut kundzutun. Was die Leute mir am Telefon an Kritik (und Verwünschungen) vorgetragen haben, behalte ich in diesem Fall mal für mich, denn ich möchte jetzt einen Versuch starten: Jeder, der von sich selbst meint, es eine gewisse Heimatverbundenheit in ihm, möge das folgende Zitat aus dem Artikel "Schneller Wechsel: Auf Weindorf folgt Erzgebirgsdorf" auf sich wirken lassen und dann entscheiden, ob es darin ein Wort gibt, das sein Blut in Wallung bringt. Achtung, es geht los: "'Wir haben einige Figuren aufgestellt und die Buden mit erzgebirgischem Schnickschnack dekoriert', sagt Veranstalter (...). An den Essensständen werden nun auch Spezialitäten aus dem Erzgebirge verkauft." Und? Alles gut?

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