Bevor ich mir wieder vorhalten lassen muss, für heute einen neuen Blogeintrag angekündigt und dann doch nicht geschrieben zu haben, besinne ich mich auf die Gespräche und den schriftlichen Austausch mit Lesern heute und entscheide kurzerhand, dass darunter zwei Anliegen waren, die ich nicht zwingend für mich behalten muss und deshalb darüber schreiben kann. Hier das erste:

"Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben", vernahm ich das Zitat eines Lesers, der offenbar von mir erwartete, dass gleichnamige Lied von Paul Gerhardt zu kennen, was aber nicht der Fall war, doch das behielt ich besser für mich, bis ich es dann im Netz gefunden hatte, weil ich mehr gespannt darauf war zu erfahren, warum ich diese Verse schon einmal gehört oder gelesen haben sollte. Der Mann ließ sich nicht zweimal bitten und formulierte den Grund so: "Es gab also vor 400 Jahren schon einen Rufer in der Wüste, doch leider war es schon damals so, dass bei den Menschen der Weg vom Auge übers Herz in die Hand eher ein langer war." Nun will ich nicht verschweigen, was der Leser damit zum Ausdruck bringen wollte: Es war seine Meinung zu dem Bestreben, den Menschen näherzubringen, dass sie es selbst in der Hand haben, etwas gegen den Klimawandel zu tun." Ach so ... alles klar.

Noch heute Morgen um kurz nach sechs habe ich gedacht und dann ein Stoßgebet in Richtung der für Leserobmänner zuständigen Himmelsbewohner geschickt, dass niemand mir seine Meinung zum Artikel "Sixpack und Doppelmoral" über das Gastspiel der Chippendales in Chemnitz mitteilen oder sogar noch mir darüber reden möchte. Mein Gebet wurde erhört, auch wenn mich eine Einschätzung dieses unwürdigen Spektakels erreichte, doch mit der hatte ich dann überhaupt kein Problem. Die Leserin meinte: "Ein Mann stellt sich mit anderen seiner Art auf die Bühne, lässt den Schlüpfer fallen, zeigt seinen Allerwertesten und das war's dann. Würde er das Gleiche in einem Park tun, müsste er mit einer Anzeige rechnen." Sie hat Recht, dachte ich, dann fügte sie noch hinzu: "Frauen, die dafür Geld ausgeben, sollten das lieber zum Optiker tragen. Die neue Brille lässt den  aufgeblasenen Prinzen schnell zum Frosch schrumpfen. Das würde den Damen viel Peinlichkeit ersparen, und weniger Fremdschämen wäre vielleicht auch besser fürs Klima." So ist das ... keine Frage.

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