Von Raubtieren und Spaziergängern

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Zu den Wörtern, die mir im Laufe der Jahre richtig ans Herz gewachsen sind, zählt auch der "Raubtierkapitalismus", der seinen Platz in meiner Liste (in Vorbereitung meiner Lebens- und Leidenserinnerungen) solcher Bezeichnungen gleich neben "Macht des Kapitals" hat. Der negative Touch (mit der Bitte um Nachsicht wegen dieses englischen Ausdrucks) solcher Wörter stört mich dabei gar nicht, wobei eher das Gegenteil der Fall ist, wie unter anderem auch bei dem "ostdeutschen Wutbürger", dem ich heute mal wieder am Telefon begegnen durfte, weil er sich selbst so bezeichnet hat, denn seiner Ansicht nach werden die DDR-Bürger auch 30 Jahre nach der Einheit weiter "in ihrer Lebensleistung unqualifiziert diskriminiert", und dem ich eine gewisse Naivität gern verzeihe, weil er mich auch noch bevorzugt darauf hinweist, dass seinesgleichen nur bei der einen Partei auf Gehör stößt und deshalb gern auch mal an Spaziergängen teilnimmt. Zurück zu dem, was vor allem Karl Marx schon zum Gegenstand seiner allumfassenden Kritik am modernen Wirtschaftssystem gemacht hat, denn seit dem Beginn der Debatte über die Hintergründe und Konsequenzen des Giftanschlags auf Alexej Nawaly haben mich insgesamt sechs Leser angerufen und ins gleiche Horn gestoßen, was dieser Mann nun aussprechen beziehungsweise -posaunen darf: "Hier ziehen der Westen und das Kapital die Strippen, sonst niemand, und ihre Kollegen sollten sich mal ..."  In diesem Zusammenhang möchte ich noch abschließend erwähnen, dass es eine solche Liste nicht nur von Wörtern gibt, sondern auch von ganzen Sätzen. Unangefochtener Spitzenreiter (quantitativ und qualitativ) ist dieser Satz: "Unter neutralem Journalismus verstehe ich etwas Anderes." 

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