Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, diese Worte zu wählen, um zum Ausdruck zu bringen, was ich denke beziehungsweise fühle, wenn es um die Pandemie geht, weshalb es mir jetzt eher Vergnügen bereitet, diese Leserin mit ihrem ersten Satz zu zitieren, sie sagte: "Ich habe aber so was die Schnauze voll von Corona." Zwei Minuten und 45 Sekunden lang hat sie mir dann die Gründe genannt, warum dieses Thema ihr die Zornesröte ins Gesicht treibt, wobei ich als zentrale Aussage ihrer Ausführungen nur noch diese Einschätzung wiedergeben möchte: "Das ist doch nur eine normale Grippe, dass weiß doch mittlerweile jeder, also was soll der ganze ..." Was die Anzahl der Themen betrifft, die bei meinen Gesprächen mit Lesern zwischen zehn und zwölf eine Rolle spielen, so in der zu Ende gehenden Wochen nicht mehr das Virus und seine Auswirkungen auf unser Leben die Nase vorn, sondern die zuerst geplante, dann diskutierte und beschlossene Erhöhung des Rundfunkbeitrages. Hier darf auch ein Anrufer das zusammenfassen, was den meisten Leuten dabei die Stimmung trübt: "Noch ein wenig Sex vor dem Mord? Ich werde es nicht erfahren, weil ich den Fernseher ausschalte. Ich will und kann sie nicht mehr sehen, diese ungeheure Vielfalt an vermeintlich mitten in unserem Leben stattfindenden Gewaltszenen, die an meinen Gefühlen zerren und meine niederen Instinkte wecken", teilte er mir mit und fügte noch abschließend hinzu: "Ich will sie auch nicht durch meinem Rundfunkbeitrag mitfinanzieren." Abschließend noch dies, denn für mich behalten möchte ich es auch nicht: Sieben Leute haben sich bei mir gemeldet, nachdem sie meine Kolumne "Auch nur Menschen" gelesen hatten und mir ihre Meinung zu meiner Einschätzung, dass Rechtschreibfehler bei dieser gewissen Art von problematischen Wörter ein lässliches Vergehen ist, nicht vorenthalten wollten, und wirklich alle teilten die Haltung, die dieser Leser mir als Frage vorgetragen hat: "Gibt es bei Ihnen keine Duden und funktioniert auf allen Computer die automatische Rechtschreibprüfung nicht mehr?" Mein Fazit: Das Leben könnte so einfach sein, wenn es nicht so kompliziert wäre.

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