Tatsächlich, und das will etwas heißen, fehlen mir jetzt einfach mal die richtigen Worte, zum eine Erklärung zu finden, warum sich allein bei mir heute fünf Leser gemeldet haben, weil sie mich entweder darauf hinweisen wollten, dass sich da doch wohl ein Fehler auf der Titelseite der "Freien Presse" eingeschlichen habe (siehe Bild oben), oder weil sie von mir eine Erklärungen dafür wollten, dass auf ersten Seite ein offensichtlich ein alter 100-D-Mark-Schein zu sehen ist, der aber einen klar erkennbaren beziehungsweise sichtbaren Wert von 200 D-Mark haben soll. "Das verstehe ich nicht, handelt es sich um einen Aprilscherz an einem Freitag den 13.?", fragte mich eine Frau, während ein Anrufer meinte: "Ich lasse mich doch nicht ver..., das wird Konsequenzen für sie haben." Alle hatten, weil ich sie danach gefragt habe, den Text zu dieser Bildgrafik gelesen, aber keiner hatte den richtigen Schluss aus diesem Satz gezogen: "Und zum heutigen 200. Geburtstag der Pianistin Clara Schumann hat sich auch der Blick auf sie verändert, ..." Mir fehlen die Worte, weil ich nicht beschreiben kann, was diesen Lesern am Möglichkeiten zur Erkenntnisgewinnung fehlt, weil sie nicht den Bezug der 200 Mark mit dem Bild der Pianistin zum 200. Geburtstag von Clara Schumann herstellen konnten, und jeder Versuch zu einer Erklärung könnte mir als Diskreditierung ausgelegt werden, was ich aber unbedingt vermeiden wollte. Soll heißen: Jeder möge sich jetzt seinen Teil denken.

Das gilt auch für das zweite herausragende Thema, das mich heute ereilt hat, denn nach der Vermittlung durch die Telefonzentrale hatte ich eine Frau in der Leitung, die mir mit aufgeregter Stimme sagte: "Es geht mir um einen Fall von Zeitdiebstahl." Dass ich dieses Phänomen kenne, weil es für mich kein unbekanntes Gefühl ist, als würde mir jemand Zeit stehlen, habe ich der Leserin gesagt, aber wirklich zur Kenntnis genommen hat sie es vermutlich nicht, denn als nächstes hörte ich dies: "Ich habe jetzt innerhalb von wenigen Tagen zum dritten Mal ihre Servicehotline angerufen, weil ich Fragen zu meinem Abonnement hatte, und jedes Mal hat mich mir anhören müssen, dass das Gespräch möglicherweise aufgezeichnet wird und dass ich, wenn ich das nicht will, es gleich zu Beginn sagen soll. So ein Quatsch, das ist Zeitdiebstahl, wenn Sie das nicht abstellen, werden Sie mich als Leser und Kunden verlieren." 

Abschließend noch drei Beschwerden von Lesern, die sich an mich gewandt haben, obwohl der Anlasse ihres Unmuts nichts mit Artikeln oder Fotos in der Zeitung zu tun hat, sie aber meinen, dieses Problem gehöre unbedingt ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. "Zwei Stunden habe ich am Telefon versucht, ein Taxi zu bekommen, meinen Sie, es ist mir gelungen?", stellte mir eine Frau diese Suggestivfrage, erwartete aber nicht wirklich eine Antwort, sondern meinte dann noch: "Darüber sollten Sie mal schreiben." Mit einer ähnlichen Intention ist diese Anruferin an mich herangetreten: "Ich stand genau pünktlich an der Haltestelle, doch der Bus ist mir vor der Nase weggefahren, weil er offenbar eine Minute zu früh da war, hätte der Fahrer nicht warten müssen?" Bei diesem Mann, der seinen Frust bei mir loswerden wollte, würde ich es gern als Rätsel formulieren und fragen, warum er mir dies mitgeteilt hat: "Es war ein spannendes Spiel, zweifelsohne. Schade nur, dass wir es nicht bis zum Ende sehen durften, weil die ARD anders entschieden hat. Ihr war die Werbung wichtiger als das Zuschauerinteresse. Man nennt ein derartiges Verhalten erkenntnisresistent." Also, worum geht es hier? Nein, ich verzichte auf das Rätsel, ist vermutlich sowieso zu schwer, deshalb die Antwort: Es ging um das Spitzenspiel der Handballbundesliga Magdeburg gegen Kiel, das im Ersten live übertragen worden war, aber leider ohne das Ende, weil Werbung eingeblendet worden ist. Nun nutze ich die Gelegenheit und missbrauche meinen Blog dafür, meinen eigenen Ärger loszuwerden: Es wird wieder viel zu früh dunkel, meine Trainingsrunden mit dem Rennrad werden immer kürzer, so ein ...

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