Dass es im Leben eines jeden Einzelnen zu Situationen kommt, in denen er an der großen Gerechtigkeit zweifelt und meint, seine Stimme erheben und gegen diese Gemeinheit vorgehen zu müssen, ist eine der unleugbaren Tatsachen, die dafür sorgen, dass mir die Arbeit nie ausgehen und ich zwischen zehn und zwölf niemals zu beklagen habe, dass keine Leute mehr gibt, die ihren Ärger mal bei mir loswerden wollen. Doch in meinen Randnotizen aus der Protokollen Gespräche mit Lesern geht es heute auch um einen Fall, bei dem ich selbst angesichts meines eigenen möglichen Verhaltens ins Grübeln geraten bin. Aber der Reihe nach: 

Episode 1: Nach meinem schweren Radunfall vor sechs Jahren konnte ich fünf Wochen lang nur mit der Hilfe von Krücken, was man nicht mehr schreiben soll, weil sie jetzt Gehhilfen oder Unterarmgehstützen heißen, mich fortbewegen, allerdings nach vier Wochen mich schon wieder ins Auto setzen und fahren. Da begab es sich, dass ich eine Apotheke aufsuchen musste, keinen Parkplatz fand und meinen Wagen deshalb (ohne Zweifel ordnungswidrig) halb auf dem Gehweg abstellte, insgesamt vier Minuten für das Humpeln in den Laden und wieder zurück brauchte, als ich dann vor meinem Auto stand uns sah, das ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer steckte; ich blicke in die Runde und sah die Pol..., nein die Vollzugsbedienstete mich lächelnd anschauen und weitergehen. Dies habe ich dem Leser erzählt, bevor ich ihm sagte: "Nein, sie können nicht davon ausgehen, dass sie keinen solchen Zettel der Ordnungsbehörde an der Windschutzscheibe finden, nur weil sie auf der Trauerfeier eines nahe Angehörigen waren und in unmittelbarer Nähe des Friedhofs keinen Parkplatz mehr gefunden haben." Das Leben kann so grausam sein, auch dann, wenn es nicht ungerecht ist.

Episode 2: Dass ich mich (sinnbildlich, niemals tatsächlich) nach dem Hinweis eines Lesers an die eigene Nase fasse, kommt eher selten vor, bei diesem aber war das so; der Mann erzählte mir: "Als ich eine Frau an dem Container traf, die gerade ihre Flaschen entsorgte und dabei ihr Auto laufen lies, konnte ich doch meinen Mund nicht halten und fragte, ob ihr Wagen wohl schlecht anspringen würde? Eine Antwort bekam ich nicht, vielleicht denkt sie darüber nach." Da ich eigentlich immer, was selten genug vorkommt und sich auf maximal einmal in der Woche beschränkt, wenn ich mein Auto aus der Garage hole, meine wenigen Glasflaschen (die aus Wachholderbeeren hergestellte Spirituose gibt es nur in solchen) mitnehme und an dem Glascontainer in der Nähe meiner Wohnung vorbeifahre und kurz anhalte, frage ich mich jetzt allen  ernstes, weil ich es nicht weiß: Bringe ich immer den Motor zum Schweigen oder lasse ich ihn für die 20 Sekunden laufen? Ich sollte mich mal kontrollieren.

Episode 3: Und nun gibt es noch ein weiteres Beispiel meiner Kategorie "nicht angeforderte eingegangene Fotos ohne Angabe des Absenders und des Verwendungszwecks". Jeder selbst möge nun beurteilen, was diese Person, die dieses Gartengewächs abgelichtet hat, damit bezwecken wollte, als sie sich entschieden hat, es der Zeitung zukommen zu lassen (siehe oben):

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