Sonntag. In der Kavangoregion weit um Rundu herum gibt es den dritten Tag keinen Strom und leere Wassertanks. Hier in der n'Kwazi-Lodge halten sich seit gestern Freunde der Wirtsleute aus Rundu auf, die in der Lodge die Unabhängigkeit - den Komfort Wasser und selbst erzeugten Strom - genießen. Was ich so unter den afrikaans sprechenden Namibiern verstanden habe, gibt es nirgendwo mehr Generatoren zu kaufen. Samstag sind einige Leute nach Tsumeb gefahren, um vielleicht dort noch einen Generator zu ergattern. Da stellt sich für mich die Frage, was in den Köpfen der verschiedenen Schichten vor sich geht. 

Die niedrigste Schicht hier verfügte noch nie über Elektrizität, das Wasser schleppt sie mehrmals am Tag mehrere Kilometer vom Fluss zu ihrem Haus. Diese Menschen können also das Theater der Reichen nicht nachempfinden. 

Dann kommen die, die inzwischen ihr Wasser aus Tanks erhalten. Die Tanks können ohne Strom nicht aufgefüllt werden, sie sind inzwischen leer. Meine Gedanken über die nächsten Schichten brauche ich nicht weiter auszuführen. Wir alle, die in "Luxus" leben,  können kaum nachempfinden, was es heißt, über Tage keinen Strom und kein Wasser zu haben. 

Ich als ehemaliger Systemadministrator weiß, was es in der Firma heißt, wenn in der Stadt unangekündigt eine Stunde der Strom ausfällt. Wie lange hält die unabhängige Stromversorgung durch, müssen wir die Maschinen abschalten oder können wir weiter produzieren? 

Hier in Rundu haben wir den unerträglichen Zustand, dass die Kranken und die Gebärenden nicht warten können, bis es wieder Strom und Wasser gibt. Vor einem Jahr hielt ich mich einen Tag lang mit der blinden Stefania in verschiedenen Stationen des Hospitals für Schwarze auf. Ich habe unzählige Kranke dort angetroffen. Es muss ein Chaos im Hospital herrschen. 

Wasser ist Leben.

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