An manchen Tagen läuft die Tischkante in meinem Büro mitunter Gefahr, an Substanz zu verlieren, weil ich mehr als einmal geneigt bin, mein emotionales Erregungspotenzial im negativen Bereich dadurch zu kompensieren, indem ich kräftig hineinbeiße. Weil heute, einen Tag vor dem "M-Day" in Chemnitz, der Vormittag tatsächlich vor allem dadurch sich ausgezeichnet hat, dass ich bei den meisten Gesprächen mein Headset absetzen und den Lautsprecher des Telefon anschalten konnte, weil die Leute am anderen Ende der Leitung einfach nur reden wollten; also nicht diskutieren, weil das hätte bedeutet, dass sie sich meine Meinung hätten anhören müssen, nein, sie wollten einfach nur davon erzählen, wie sie die Sache sehen; allgemein und im Besonderen. Es gab aber einen Leser, der sich von allen anderen unterschieden hat, denn er hatte sich an mich gewandt, weil er einen konstruktiven und seiner Ansicht nach für alle Menschen interessanten Vorschlag hatte, den er mir unterbreiten wollte, damit ich ihn meinen Kollegen ans Herz legen kann, weil die Redakteure dann darüber schreiben und so dafür sorgen können, dass er unters Volk gebracht und von möglichst vielen aufgegriffen und in die Tat umgesetzt wird. Der Mann macht sich angesichts der anhaltenden Trockenheit und dem dadurch verursachten niedrigen Pegelstand von Flüssen und Talsperren große Sorgen, dass die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt werden könnte. Sein Vorschlag deshalb: "Da ich denke, dass der größte Wasserverbrauch bei der Klospülung anfällt, sollte jeder versuchen, das Wasser für die Körperpflege in Behältern aufzufangen und für die Klospülung zu verwenden." Mehr hat der Leser mir dazu nicht mitteilen wollen. Nun denke ich verzweifelt darüber nach, wo ich einen Wasserauffangbehälter hinstellen könnte beziehungsweise müsste, um bei der morgendlichen Dusche das Wasser auffangen zu können. Kann mir jemand helfen?

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