Waswiewowerwann?

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Fragen stellen ist nie verkehrt. Klar, dass ich das sage. Bin ja sozusagen Fragenstellerin von Beruf. Meine Kinder leider auch, nur dass sie dabei wenig Geld verdienen. Viele Kinderfragen sind klug, manche sind nervig, verboten ist nur eine: „Hääääääääääääh?“ Das hat die Große schon eingesehen und fragt jetzt immer „Waswiewowerwann?“, wenn sie etwas nicht versteht. Das wird bestimmt mal das Jugendwort des Jahres.

Wir leben ja in einer Zeit, in der Kinder sehnsüchtig fragen, wann sie endlich mal wieder in die Schule dürfen. Das hätte mir vor zwei Jahren noch kein Mensch geglaubt. Aber heutzutage wissen schon Vierjährige, dass „positiv“ neuerdings etwas Negatives ist. Und stellen die Frage aller Fragen: „Wann ist Corona endlich vorbei?“ Der Mittlere sagt, er werde erst mit seinen Wortspielen zum Thema „Kacka“ aufhören, wenn Corona vorbei ist. Wir haben also einen Grund mehr, diesen Moment herbeizusehnen.

Bis dahin kommt die Bildung aus dem Fernsehen, oder, man höre und staune, aus der Zeitung. Der Mittlere hat mitbekommen, dass es in einem Artikel um den Opabürgermeister geht. Und möchte wissen, ob es auch einen Ur-Ur-Ur-Bürgermeister gibt. Auch die Große ist politisch interessiert und fragt, ob Frau Merkel sich alles merken kann. Keine Ahnung. Zu wünschen wäre es ihr nicht.

Noch schwieriger: Warum gibt es eigentlich „schmal“, wenn es schon „dünn“ gibt? Der Kleine liefert die Antwort auf die Frage seines großen Bruders, als er mir beim Verfassen dieser Kolumne hilft. Ganz offensichtlich sind wir beide dünn genug, um nebeneinander auf meinem Schreibtischstuhl zu sitzen. Aber wir sind definitiv nicht schmal genug. Das nennt man dann Lernen durch Schmerzen…

Wir würden ja rausgehen. Aber was ist eigentlich, wenn der Schnee so hoch ist, dass keine Häuser mehr da sind? Zurzeit wohl eher eine theoretische Frage. Diese hier ist dagegen direkt aus dem Leben gegriffen: Was ist, wenn man sich ein Tuch auf den Kopf klebt, und es dann nicht mehr abgeht? „Dann müsste man es abschneiden“, sage ich, während ich vorsichtshalber alle Klebestifte, Scheren und Tücher in der Wohnung sicherstelle. Aber der Sohn hat gleich die Anschlussfrage parat: „Und was ist, wenn dann die Schere auch noch festklebt?“

Für solche Kinder ist Lego Duplo das beste Spielzeug. Damit kann man sich beim besten Willen nicht verletzen. Einmal hat der Junge eine Warum-Kirche gebaut. Was das ist? Ich weiß es nicht. Ich habe nicht gefragt.

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