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Weiche Knie und Frühling in n'Kwazi

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Mein altbekannterTaxifahrer, bringt mich auf den kleinen Flughafen Eros zum Weiterflug nach Rundu. Erstmalig holte mich dieser Fahrer im Jahr 2009 vom Flughafen ab und ruft mich seitdem bei meinem Vornamen, sobald er mich unter den vielen neu ankommenden Touristen entdeckt.

Am Abfertigungsschalter des Eros-Flughafens geben die ersten Fluggäste ihre Gepäckstücke mit dem Maximalgewicht von 23 kg auf. "Wie schaffen sie das so exakt? Führen sie eine Waage mit sich? Was wird die freundliche Dame wohl zu meinem Gepäck sagen?", geht mir durch den Kopf. "Elf Kilogramm Übergewicht, sie müssen einen Aufschlag bezahlen. Wir fliegen nur mit einer kleinen Maschine." Ich überschlage und müsste laut Vorschrift von Air Namibia 275 € bezahlen. Meine Knie werden weich. Ich beginne zu diskutieren, bezahle jedoch ganz schnell, als die Angestellte mich auffordert, 220 ND (etwa 22 €) zu bezahlen. 

Pieter, der Sohn meiner Wirtsleute, holt mich vom Flughafen ab. Und so erreiche ich schnell die n'Kwazi-Lodge. Maria, Küchenangestellte, kommt laut singend auf mich zu gerannt, im Schlepptau die weiteren Angestellten die gerade im Dienst sind. Mir ist es ganz gleich, ob mein Gegenüber verschwitzt ist. Wir umarmen uns alle. So peu à peu komme ich wieder zu mir und gehe dankbar in mich. Ich bin heil angekommen, ich habe alles geschafft. Langsam schlendere ich durch die herrliche Gartenanlage der Lodge. Es ist Frühling. Das zarte Grün der Blätter verdrängt das restliche abgestorbene Laub. Die Bäume stehen in voller Blüte. Trotz glühender Mittagshitze, es sind bereits 37 °C, sind die vielen Vögel emsig dabei, ihr Nest zu bauen. Direkt vor meinem Bungalow beobachte ich ein Paradiesfliegenschnäpper-Pärchen mit einem wunderbar lang geschwungenen Schwanz des Männchens. Ein zweites Paar entdecke ich, während ich mich im Swimmingpool erfrische. Die Wiedehöpfe picken mit ihren überaus langen Schnäbeln im Gras. Blauglanzstar, knallgelbe Webervögel und wie sie noch alle heißen, hüpfen emsig herum. Ich lebe die nächsten vier Wochen im Vogelparadies und werde lange vor Sonnenaufgang von ihrem fröhlichen Gesang geweckt. 

Dies und die fröhlichen Augen der Kinder werden mir in den nächsten vier Wochen einen gewissen Ausgleich geben zur Armut in der Region, wo die Menschen in Lehmhütten wohnen, kein Wasser und keinen Strom haben.

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