Tut mir wirklich ganz fürchterlich leid, aber ich habe leider wirklich keine eigene Meinung dazu, ob die Fußballbundesliga am 9. Mai ihren Spielbetrieb (wie auch immer) wieder aufnehmen sollte, denn es gibt kaum eine Folge der Pandemie, deren Beseitigung mir (wie das Wort überhaupt einen Komparativ zulässt) egaler wäre als die Rückkehr zum Normalbetrieb auf den Bolzplätzen der Elitekicker. Beispielsweise nehme ich viel mehr Anteil an dem Los der Friseure, obwohl ich selbst seit 24 Jahren, sechs Monaten und fünf Wochen bei keinem mehr war; bei meiner Frisur keine Kunst, das stimmt. Geschrieben habe ich das eigentlich nur, weil die Anzahl von mehr als zehn Lesern, die sich wegen der Diskussion über die Wiederaufnahme des Profifußballs bei mir gemeldet haben, schon eine ziemlich große ist und mir deshalb die Gewissheit gibt, dass meine Kollegen in der Redaktion richtig entschieden haben, so über dieses Phänomen zu berichten und die Entscheidungen zu kommentieren. Verblüfft war ich heute zwischen zehn und zwölf übrigens nur einmal, als ich, weil ich den von der Leserin zitierten Artikel einfach nicht in der "Freien Presse" konnte, sie danach gefragt habe, wo genau sie diese Information über die Empfehlung von Urlaubsreisen in südlichen während der kommenden Sommermonate gelesen hatte, von ihr diese Antwort bekommen habe: "Nicht in der Zeitung, im Videotext natürlich." Ganz ehrlich? Ich war vollkommen überrascht, dass es dieses Medium offenbar tatsächlich immer noch gibt; kein Wunder, weil ich selbst seit mehr als zwanzig Jahren ohne Fernsehgerät lebe, das stimmt also auch. Die "Beschwerde des Tages", die ich eigentlich nur intern immer als solch auszeichne, doch weil diese Zeiten eben nun mal alles andere als normal sind, will ich von dieser Regel mal abweichen, war heute der Hinweis eines Lesers zur Seite "Nachrichten für Kinder", er meinte: "Ganz wunderbar, ich gebe sie jeden Tag meinem Enkelkind in die Hand, muss aber aufpassen, dass es sie nicht umdreht und die Rückseite sieht, vielleicht sogar anfängt, dort zu lesen." Was dem Mann in die Nase gefahren war, ist die Tatsache, dass die Vorderseite von "Nachrichten für Kinder" häufig die "Rat & Leben" ist und dort mitunter auch nicht gerade einfach Themen behandelt werden wie beispielsweise gestern mit dem Interview "Wie lerne ich, die Angst auszuhalten?" Den Vorschlag des Anrufers habe ich ohne weiteren Kommentar zur Kenntnis genommen, denn wie soll man reagieren, wenn jemand ein Naturgesetz außer Kraft setzen möchte, weil er fordert: "Lassen Sie die Rückseite doch einfach weg." Weil die augenblickliche Krise offenbar dazu führt, dass die Menschen die viele freie Zeit auch dazu nutzen, eine vermeintlich stillgelegte Ader in ihnen wieder zu reaktivieren und Gedichte zu schreiben, darf ich feststellen: Die Flut an Reimen hält an, sie schwappt regelrecht über mein Postfach hinweg (analog und digital). Weil es in diesen Reimen ausnahmsweise nicht um die Folgen der Verbreitung eines Krankheitserregers geht, habe ich mich entschlossen, dieses "Gedicht der Woche" als ein solches zu bestimmen sowie die erste und letzte Strophe hier zu zitieren, ohne weiter daran zu schütteln:

 

Oh, welche Wonne,

vom Himmel scheint die warme Sonne,

wie es schon immer war,

da ruft man schnell "Hurra, hurra".

 

(...)

 

Regen, Sonne, Wind,

sind des Himmels liebstes Kind.

Wir alle fänden dies ganz prima,

erhielten wir zurück das gute alte Klima.

 

Knut M.

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