"Tut die Regierung nicht's für die Menschen in der Kavangoregion?", dies fragt mich heute ein Ehepaar aus Deutschland. "Man könnte meinen, zwischen dem westlichen und dem östlichen Namibia liegen mehr als 200 Jahre Entwicklung."

Seit einer Woche bin ich in n'Kwazi. Die Zeit rennt davon. 

Ich sitze mit Marcus, Joseph und Moses zusammen und diskutiere über grundsätzliche Probleme. Es ist große Unruhe eingezogen. Warum sind viele Angestellte so unzufrieden? Hilft der Weggang einiger Väter wirklich dem Volk in der Kavangoregion? Sie finden vielleicht eine besser bezahlte Arbeit im westlichen Namibia. Möglicherweise legen sie etwas Geld beiseite, um es irgendwann ihren Familien zu senden. Wenn es ganz gut läuft, holen sie vielleicht eine ihrer Frauen und deren Kinder zu sich. Anfangs scheint alles viel besser zu laufen. Doch die Ansprüche werden höher und spätestens dann fließt kein Geld mehr zurück zur Familie. Wir schreiben immer wieder Berichte über Großfamilien mit dem Satz "Vater ging weg und sorgt nicht für seine Kinder".  Die erwachsenen Sippenmitglieder sind meist alle arbeitslos und arbeiten in der Regenzeit auf dem eigenen Feld oder verdingen sich zur Feldarbeit.

Moses, "Mit 1000 N$ kannst Du nichts anfangen. Du arbeitest den ganzen Tag, hast kaum Zeit für andere Dinge. Dann sitzt Du als alter Mann mit einer kleinen Rente da. Die bekommst Du aber nur, wenn Du ein Dokument besitzt. Viele hier in der Region haben kein Dokument. Ich bin der Einzige meiner Familie, der eine bezahlte Arbeit hat. Die anderen arbeiten nur während der Regenzeit. Sie bearbeiten gemeinsam das Feld, ernten und stampfen Mais oder Hirse. Außerhalb der Regenzeit schauen sie bei meiner Arbeit zu, niemand hilft in meinem Garten. Ich habe für sie zu sorgen.  "

Wir müssen den KIndern eine gute Schulbildung ermöglichen. Es ist notwendig, dass endlich eine Generation heranwächst, die etwas bewegen will und die Möglichkeiten der Veränderung aufspürt. Wir benötigen eine Generation, die nicht zulässt, dass zum Beispiel die Wasserpumpe in der Mayana Schule seit fast zwei Jahren defekt ist. Die Kinder bringen, wenn sie ein Gefäß besitzen, ihr Wasser mit zur Schule. Das Maismehl, welches für die tägliche warme Mahlzeit von der Regierung gestellt wird, können sie mit nach Hause nehmen. Kennt der Bildungsminister das Problem?

Moses fühlte sich durch Touristen motiviert. Er ging in Rundu zum Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in der Kavangoregion und bat um die Genehmigung und Unterstützung eines Gartengrundstückes. Als Startguthaben bekam er eine Wasserpumpe. Inzwischen ist Moses Garten ein Prachtstück mit allerlei Obst und Gemüse geworden. Er verkauft Gemüse an die n'Kwazi Lodge und hofft demnächst auch Obst an Touristen verkaufen zu können. Seine selbstgebrannten Ziegel wird er verkaufen. Im Moment ist Moses die Ausnahme in seiner Gemeinde. Es ist zu hoffen, dass bald der Funke überspringt und der Diebstahl in seinem Garten sich in Grenzen hält.

 

Bilder der vergangenen Reisen

Bilder aus Namibia 10/2009 (1)
Bilder aus Namibia 10/2009 (2)
Bilder aus Namibia 03/2010
Bilder aus Namibia 03/2010 (2)
Bilder aus Namibia 03/2010 (3)
Neue Eindrücke aus Namibia 12/2010

Mayana-Webseite

http://nkwazi-communitytrails.com/de/

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