Schon lange habe ich an dieser Stelle nicht mehr über meine Liste mit von Lesern kritisierten Anglizismen in der Zeitung geschrieben. Der Grund ist einfacher: Wenn mich Leute wegen eines englischen Begriffs in einem Artikel anrufen und meinen, dass man sich ihn hätte sparen können, weil es ein nicht weniger prägnantes und erklärendes deutsches Wort dafür gibt, schaue ich in meiner Übersicht nach, ob dieser Terminus zum ersten Mal dort genannt wird oder sein Auftauchen in der Zeitung eine Premiere ist, denn bei wiederholten Nennungen kann ich mir einen Hinweis dazu an dieser Stelle sparen, weil dieser Anglizismus mit Sicherheit in meinem Blog schon einmal aufgetaucht ist. Ein zweites Kriterium dafür, dass ich über einen der englischen Sprache entnommenen Fachbegriff schreibe, ist die Anzahl der Leute, die deswegen sich bei mir gemeldet haben; war es nur ein Leser, kann ich davon ausgehen, dass er eher die Ausnahme ist, weil er sich an diesem Wort stört. Weist ein zweiter Anrufer darauf hin, wäge ich ab, ob es sinnvoll sein könnte, darüber in meinem Blog zu schreiben. Sind es drei Leser, die sich über diesen Anglizismus geärgert haben, komme ich nicht daran vorbei, hier darüber zu berichten. Und deshalb: Heute ist es mal wieder soweit, die Liste der von Lesern kritisierten, weil überflüssigen englischen Wörter ist um eins angewachsen. Hier erst einmal der Satz, in dem er auftauchte; es war die Bildunterschrift zum Artikel "Noch stressiger geht nicht ", in der zu lesen war: "... wird von rätselhaften Flashbacks heimgesucht und von seinem auch nicht immer einfachen Familienleben in Atem gehalten."

Klar ist: "Flashbacks - was soll das sein, können Sie mir das mal erklären?" fragte mich eine Frau in der Leitung, die sich zwar mit meiner Erklärung zufrieden gab, aber trotzdem abschließend meinte: "Diese Inflation von englischen Wörtern geht mir einfach nur furchtbar auf die Nerven." Ein anderer Anrufer wusste zwar, worum es sich bei einem Flashback handelt, doch seiner Ansicht nach hätte man auf das englische Wort verzichten müssen, "weil dies auch zu den Sorgfaltspflichten eines guten Journalisten gehört, sich für die deutsche Sprache einzusetzen." Diese dritte Kritik erreichte mich per Mail: "So verhunzt man auch bei kleinen Texten die Sprache. Was ist der Anlass,  dass der Verfasser, diesen Ausdruck verwendet? Will er sich interessant machen und seinen nicht umgangssprachlichen Wortschatz zeigen? Fand er kein passendes deutsches Wort?" Bei allen habe ich für die Hinweise bedankt und den Leuten zugesichert, dass ich ihre Kritik an meine zuständigen und verantwortlichen Kollegen weiterleiten werde. Erst danach hat sich bei mir im Kopf etwas in Gang gesetzt, mit diesem Ergebnis: Dass es sich bei einem Flashback um eine blitzartige Erinnerung an einen meisten weniger angenehmen Gefühlzustand handelt, ist mir schon klar, denn das habe ich auch den beiden Lesern am Telefon gesagt, aber was mir erst hinterher so richtig bewusst geworden ist: Das eine deutsche Wort, das ein hundertprozentig passendes Synonym für Flashback ist - gibt es das überhaupt? Ich habe keines gefunden, weiß jemand (da draußen) mehr und kann mir (mal wieder) helfen?

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