Durchschnittlich drei vermeintlich sichere Erkenntnisse über die besten Möglichkeiten im Kampf gegen das Virus erreichen mich täglich, und für gewöhnlich nehme ich sie zur Kenntnis, ohne mit den Leuten über die genauen Hintergründe zu diskutieren beziehungsweise sie sogar angesichts meines eigenen Wissens zu bezweifeln. Heute allerdings habe ich einem Leser uneingeschränkt in einem wesentlichen Punkt zugestimmt, weshalb ich das nun überhaupt hier erwähne, denn er ist ein Anhänger der von Antoine Bechamp im 19. Jahrhundert erkundeten und postulierten Theorie dass die Mikrobe nichts ist, das Milieu aber alles, was darauf hinausläuft, dass man nicht das Virus selbst bekämpfen, sondern es ihm schwer machen sollte, sich zu verbreiten und seine Gefährlichkeit ausspielen zu können, indem man beispielsweise das eigene Immunsystem stärkt. Dann fiel der entscheidende Satz, für die lange Vorrede bitte ich um Nachsicht, der Leser meinte: "Natürliche Ernährung, gesunde Lebensweise, viel Bewegung in der Natur" sei immer noch das beste Mittel im Einsatz gegen diese Krankheit; wie wahr. Weniger erfreulich ist dann das nächste Gespräch mit einem Leser verlaufen, weil der Mann in der Leitung leider nicht akzeptieren konnte (oder wollte), dass ich ihm seine Frage nicht sofort beantworten und ihm auch keine Hoffnung darauf machen konnte, dass meine Kollegen in der Redaktion dazu mal eine Recherche starten und einen Artikel in die Zeitung setzen würden. Seine Frage war diese, sie allein ist in der Lage, mein Dilemma in dieser Sache zu beschreiben: "Wo genau ist das viele Geld hingeflossen, das alle die Menschen bezahlt haben, weil sie eine Reise gebucht hatten, die sie jetzt aber nicht antreten können?" (Noch dieser Hinweis: Dem Mann ging es nicht, dass er so viel wie möglich von seiner Anzahlung zurückbekommt, sondern er will begreifen, wo das Geld hin ist, da es doch für die Durchführung der Reise nicht gebraucht worden ist.) Schließlich gab es dann heute noch diesen einen Moment, in dem ich mir ganz sicher war, dass meine Überlegungen zu einem vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand momentan keine schlechten sind, weil ich dann, wenn ich kein Leserobmann mehr bin, offen und unverblümt den Leuten sagen darf, was ich von ihnen halte, wenn sie mir Dinge wie diese mitteilen: "Wir haben in Deutschland kein Geld übrig für die, Bundeswehr, Polizei, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Alleinerziehende, Rentner, Sozialhilfeempfänger, Straßen und für Städte und Gemeinden, aber für das Ausland da ist genug da, sind wir die Wohlfahrt fürs Ausland, ich finde das ist eine Sauerei und ein Betrug am deutschen Volk." Oder ich setze in solchen Augenblicken eine Hilferuf ab: Kann mich mal jemand umarmen? Ich brauche Trost ...

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