Ich hasse Zähneputzen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich putze mir regelmäßig und gründlich die Zähne. Aber ich hasse so einiges, was mit dem Thema Zahnhygiene im direkten Zusammenhang steht, und so ziemlich das Gegenteil von Hygiene ist. Andere nennen es einfach „Alltag mit Kleinkindern“, ich nenne es „Iiiiigitt!“

Zum Beispiel: Zahnbürsten, die im Badezimmer „aus Versehen“ auf den Boden fallen und dann im Dreck liegen. Ich würde gerne behaupten, bei uns könnte man vom Fußboden essen. Aber wir sind hier ja nicht bei der Märchenstunde. Außerdem gehört im Bad essen zu den Dingen, die ich ebenfalls maximal eklig finde. Genau wie Zahnbürsten, die auf dem Küchentisch, im Lego-Eimer oder, wenn es ganz schlimm kommt, im Mülleimer liegen. Und, das Allerschlimmste: Zahnbürsten mit Haaren zwischen den Borsten. Wer ist der Verursacher der Bürsten-Probleme? Natürlich der Kleine. Er durchlebt gerade eine intensive Zahnbürstenfaszinationsphase. Er putzt ungefähr zehnmal am Tag. Beim Abendbrot sage ich beiläufig zu den beiden Großen: „Nach dem Essen geht ihr ohne Umwege ins Bad zum Zähneputzen!“ Sofort steht der Kleine auf und meckert so lange, bis ich ihn aus dem Kinderstuhl hebe. Dann spaziert er schnurstracks ins Badezimmer und verlangt nach seiner Zahnbürste.

Ich sollte mich darüber freuen, dass der Einjährige so auf Mundhygiene aus ist. Aber leider hält seine Begeisterung meist nur kurz an. Er putzt nicht drei Minuten lang, sondern eher drei Sekunden. Und danach landet die Zahnbürste sonst wo.

Ich weiß, dass mein übertriebener Ekel nicht rational zu erklären ist. Es ist auch nicht so, dass ich furchtbare Angst vor Bakterien hätte. Schließlich hat mir die Große schon vor einigen Jahren versichert, dass sie die Bakterien tröstet, wenn die weinen. Und dass sie sich Bakterien so vorstellt, als hätten sie Haare wie Elsa, die Eiskönigin. Und außerdem ein Fell und Mausohren. Manchmal frage ich mich, ob in der Kinderzahnpasta irgendwelche psychoaktiven Substanzen stecken.

Inzwischen ist das Mädchen sechs und putzt recht ordentlich. Also, die Zähne. Wer kleine Kinder hat, sollte sich präzise ausdrücken. Sonst kommt es zu Missverständnissen. Als die Große noch klein war, bekam sie einmal zu Weihnachten einen Spielzeug-Wischmopp geschenkt. „Damit kannst du putzen!“, sagte ich. Sofort öffnete das Kind den Mund und wischte sich mit dem Wischmopp die Zähne. Ich hasse putzen! Bitte nicht falsch verstehen.

Weitere Blog-Einträge