Manchmal bescheren mir die Hinweise und Beschwerden von Lesern (allerding immer nur im Anschluss an die Gespräche, eher selten während der Unterhaltungen) Momente echter Freude verbunden mit viel Vergnügen und ausgelassener Heiterkeit. Soll heißen: Spaß, der sonst eher zu kurz kommt. Elf Personen haben sich heute bei mir gemeldet, weil Sie mir ihre Meinung zu meiner Kolumne "Mensch und Hund" auf der aktuellen Seite Leserforum mitteilen oder mit mir allgemein darüber sowie auch speziell über meinen Standpunkt reden wollten. Ich werde noch einige Tage abwarten, weil sich diese Anzahl noch erhöhen wird, um dann eine Auswertung vorzunehmen.  Jetzt geht es darum:

"Mein Hund genießt den Lassie-Bonus, und deshalb habe ich, wenn ich mit ihm unterwegs bin, noch nie Probleme damit gehabt, dass die Leute sich dem Tier misstrauisch oder sogar ängstlich genähert haben", sagte eine Frau in der Leitung und fügte noch hinzu: "Eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall, denn wenn mir Familien mit kleinen Kindern begegnen, höre ich oft den Satz: Der ist lieb, der tut nichts, den darfst du streicheln." (Der Rüde sei ein Mischling, aber "mit ganz viel Collie") Sie widerspreche den Leuten nicht, obwohl sie davon überzeugt sei, dass das Aussehen eines Hundes beziehungsweise seine Rasse sicher kein Indiz dafür sein kann, dass das Tier nicht doch auch unter Umständen aggressiv werden kann. Dann habe ich mich ein bisschen blamiert: "Wer kann sich denn heute noch an Lassie erinnern, die Kinder doch wohl kaum, oder?" Die Anruferin holte (hörbar) tief Luft und sagte: "Von wegen, das läuft doch gerade im Fernsehen diese Zeichentrickserie mit Lassie. Sie sollten mal erleben, wie meine Enkelkinder darauf abfahren."

Das wollte ich so nicht auf mir sitzen lassen, also habe ich im Netz nach Clips mit Lassie als Zeichentrickfigur gesucht, gefunden und mir angeschaut; zu einer Bewertung aber möchte ich nun doch hinreißen lassen. Aber: Das Videoportal bot mir nicht nur diese Neufassung an, sondern hatte auch ein Menge an Vorschlägen mit Lassie, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne und bei denen schon das Bild ausreichte, um mich in (tatsächlich ein wenig) wehmütige Erinnerungen schwelgen zu lassen. Als erstes habe ich dann die Tür zu meinem Büro (Einzelzimmer) zugemacht, damit mein Chef mich nicht dabei erwischt, wie ich einem Collie dabei zuschaue, wie er Menschen vor Bedrohungen schützt. Dann habe ich mir ein paar Clips der unterschiedlichen Serien in den sechziger und frühen siebziger Jahren angeschaut, und was soll ich sagen: Das Schmunzeln in meinem Gesicht wollte nicht mehr weichen. Das war aber noch nicht das Ende. Denn wie ich so die Bilder aus meinen Kindertagen an mir vorbeiziehen sah, kam mir plötzlich ein Gedanke. Und ich habe in die Suchmaske des Videoportals noch "Flipper" und "Fury" eingegeben (bei dem zweiten Begriff sollte man "Pferd" hinzufügen, sonst landet man "... in the slaughterhouse"). Bei allen, die jetzt in diese Richtung sich ihre Gedanken machen, möchte ich mich entschuldigen: Es tut mir leid, dass ich erst eine halbe Stunde später die Bürotür wieder aufgemacht habe.

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