Die Coronawellen rollen höchst unterschiedlich über das Land. Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unterschiedlichen Ausprägungen, und sie hinterlassen auch unterschiedliche Verheerungen. Während Sachsen etwa von der ersten Welle kaum erwischt wurde, rauschte die zweite mit voller Wucht über den Freistaat hinweg. So hart wie zwischen...
Die Coronawellen rollen höchst unterschiedlich über das Land. Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unterschiedlichen Ausprägungen, und sie hinterlassen auch unterschiedliche Verheerungen. Während Sachsen etwa von der ersten Welle kaum erwischt wurde, rauschte die zweite mit voller Wucht über den Freistaat hinweg. So hart wie zwischen Görlitz und Plauen schlug sie sonst nirgendwo ein. Auch die dritte Welle gleich im Anschluss brachte die Krankenhäuser insbesondere in Südwestsachsen an die Grenzen. Nun, wenige Monate später, hat sich dieses Bild schon wieder gewandelt. Während sich die vierte Welle, womöglich auch wegen früher Ferientermine, diesmal in Nordrhein-Westfalen im Westen bedrohlich aufgebaut hat, plätschert Corona hier noch vor sich hin.
Die Strategen der schwarz-grün-roten Koalition im Freistaat dürfen für diesen Umstand dankbar sein. Vergleichsweise entspannt können sie einen neuen Weg in der Coronapolitik verkünden. Alles bleibt offen, wenn auch nicht immer für alle. Die Aufhebung der Maskenpflicht bei einer Inzidenz von unter 10 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern hat die Infektionen nicht durch die Decke getrieben. Die Lage scheint so stabil, dass vor der Bundestagswahl über größere Einschränkungen wohl nicht debattiert werden muss. Gleichzeitig genießt Sachsen den Luxus, sich in Ruhe anschauen zu können, ob und wie weit in NRW beispielsweise die Lage in den Krankenhäusern doch der Inzidenz folgt. Wäre dem so, ließen sich in Sachsen schärfere Maßnahmen mit Verweis darauf begründen. Ja, da insbesondere ältere Menschen geimpft sind und junge weniger oft schwer erkranken, zieht eine Inzidenz von 200 nicht automatisch Notstand in den Krankenhäusern nach sich. Ohne Eindämmung der Pandemie kann dieser Notstand dennoch irgendwann fraglos eintreten. Bis dahin beschwört man in Sachsen die Hoffnung, dass die nun beschlossene, eher weniger starke Bremse ihre Wirksamkeit nicht wirklich beweisen muss.
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