Bei Corona ging's auch!

Die Jugend lebt in einer schwierigen Zeit. Sie könnten ihre Großeltern mit einem tödlichen Virus infizieren, die Vereinigten Staaten werden von einer Art Superbösewicht regiert und mit dem Klimawandel droht die ultimative Katastrophe.

In dieser Lage wollten die Forscher der Sinus-Jugendstudie wissen, wie die Jugend so tickt. Die wenig überraschende Antwort: 14- bis 17-Jährige blicken nicht gerade "enthusiastisch und zukunftsfroh" auf die Welt. Zudem sind sie eher konservativ orientiert, wobei damit der Gedanke des Bewahrens und Erhaltens gemeint ist. Auch das ist kein Wunder. Die Befragten leben statistisch noch bis zum Jahr 2083. Bis dahin sollte nicht alles den Bach runtergegangen sein.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Die erste lautet: Die Jugend ist nicht allein. Es ist nämlich so, dass sich auch die Älteren eine bessere Zukunft wünschen und den aktuellen - ja noch ganz guten -Status Quo bedroht sehen. Vor der Coronapandemie haben etwa die Grünen unter Robert Habeck und Annalena Baerbock einen politischen Aufstieg erlebt. Der Hintergrund: Viele Wahlberechtigte trauen den "Ökos" die größte Kompetenz zur Lösung der Klimaproblematik zu, eine der größten Sorgen der Jugend.

Die zweite gute Nachricht: Die Politik hat bewiesen, dass sie liefern kann. Während der Pandemie haben die sonst manchmal träge wirkenden Regierenden schnell und besonnen gehandelt. Mit einer Radikalität, die ihnen wohl nur wenige zugetraut hätten, haben sie die Ausbreitung der Pandemie wirksam bekämpft.

Drittens nimmt genau diese Entschlossenheit der Politik das Argument, dass ein Wandel immer lange dauern muss. Corona hat gezeigt: Wo ein Wille ist, ist sicherlich auch ein Weg.

Wenn also die Demonstrationen von Fridays for Future wieder möglich sind, könnten Junge gemeinsam mit den Älteren einen neuen Slogan skandieren: "Wir sind hier! Wir sind laut! Handelt jetzt, bei Corona ging's doch auch!" Vielleicht gibt es dann bald wieder etwas Zukunftsfreude für alle.

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