Europas Patient

Man mag die Erklärung der Italiener, dass sie mit ihrer Neuverschuldung von 2,4 Prozent des BIP immer noch unter der EU-Defizitgrenzen von 3 Prozent liegen, akzeptieren - doch dieser Umstand hat das Zeug, die Europäische Union aus den Angeln zu heben. Denn - so wird das ganz offen vor der versammelten Welt-Finanzelite gesagt - ans Sparen denkt die italienische Regierung nicht. Das muss sie aber, will sie überhaupt einmal messbar vom Schuldenberg herunterkommen.

Griechenland hatte beispielsweise vor Jahren das gleiche Problem und ist längst dabei, es zu lösen. Zwei Kranke ergeben nun mal keinen Gesunden, sondern verschlimmern die Diagnose. Italien - auch das ist eine ganz konkrete Gefahr - kann zusätzlich zum Spielball von Spekulanten werden, die auf weiter fallende Defizite wetten und zugunsten eigener Gewinne an den Stellschrauben drehen werden. Einen Eindruck von diesem Szenario hat es beispielsweise mit einem Wochenkursrutsch im Dax von mehr als fünf Prozent in dieser Woche schon gegeben. Die Mahnung auf dem IWF-Gipfel, sich hier nicht in Panik zu reden, greift zu kurz und ist dazu angetan, das eigentliche Problem zu verkennen. Die EU muss konsequent bleiben.

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1Kommentare
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  • 2
    0
    DerKuckuck
    13.10.2018

    Sehr clever. Hat ja bei Griechenland wunderbar funktioniert. Und weil das soooo Toll war, machen wir mit Italien weiter. Wie wärs mal, wenn wir die Finanzeliten an die Leine holen? Ich hätte auch ne Idee, wie man die Schulden recht schnell tilgt. #Vermögensseteuer



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