Fern der Praxis: Warum die neue Homeoffice-Verordnung ein Fehler ist

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    klapa
    23.01.2021

    Bei der Homeoffice-Verordnung kommt auch das Arbeitsrecht ins Spiel.

    Der Arbeitgeber hat Sorge dafür zu tragen, dass im Home-Office die gleichen Arbeitsmittel wie im Büro zur Verfügung stehen, einschließlich Schreibtisch, Bürostuhl, Computer, Monitor, Drucker mit allem für die Erfüllung des Arbeitsauftrages notwendigem Zubehör.

    Zu den Betriebskosten gehören auch anteilige Miete, Strom- und Heizkosten.

    Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, private Einrichtungsgegenstände zur Erfüllung seiner Pflichten zur Verfügung zu stellen, also auch nicht seinen persönlichen PC, wenn der geeignet sein sollte.

    Handelt es sich bei der Arbeitnehmerin um eine alleinerziehende Mutter, die sich ganz nebenbei noch um Kinderaufsicht, Kochen u. ä. kümmern muss, dann bedeutet der Arbeitstag Stress ohne Ende und macht krank.

  • 2
    0
    Maschinenbauer
    22.01.2021

    Ein guter Kommentar, der die Verhältnisse auf den Punkt bringt. Wenn solche Eingriffe in unternehmerische Abläufe durch die Regierung beschlossen werden, dann ist es doch nicht die Frage, ob es anderen noch schlechter geht. Zumindest kommt es in einigen Kommentaren so rüber. Es ist die Frage, ob Unternehmen das stemmen können und ob die Rahmenbedingungen dazu da sind (Breitbandversorgung, häusliches Umfeld, Technik etc.).
    Und ja, es geht einigen Unternehmen sehr gut. Es ist zu hoffen, dass dies auch so bleibt. Denn so banal wie es ist, so oft muss man es betonen, dass letztendlich die Unternehmen mit Ihrer Wertschöpfung das ganze Rad in diesem Land am Laufen halten. Nur daraus generieren sich die Steuern und Abgaben, die Unternehmer und deren Mitarbeiter einbringen. Man hat tatsächlich den Eindruck, dass sich Herr Heil in alter Klassenkampfmanier jede Woche einen neuen Vorschlag ausdenkt, um es den Unternehmen etwas ungemütlicher zu machen.

  • 9
    9
    Hankman
    21.01.2021

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Autor am Ende so verbal auf Arbeitsminister Heil einprügelt. Die jetzt in dessen Verordnung getroffenen Regelungen zum Homeoffice hatten am Vortag die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit der Kanzlerin und mehreren Fachministern beschlossen. Soweit ich weiß, wurde die Verordnung dann gegenüber diesem Beschluss sogar noch weichgespült. Es gibt also keinen Grund, nur den Minister zu geißeln. Der Hintergedanke der ganzen Diskussion und des Beschlusses war: Die Menschen müssen in ihrem Privatleben drastische Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie hinnehmen. Teile der Wirtschaft und der Dienstleistungen sind auf null heruntergefahren. Da wäre es doch nur gerecht und auch sinnvoll, wenn auch jene Unternehmen einen stärkeren Beitrag leisten, die unverdrossen weiterproduzieren können. Dass einige da wieder aufschreien und sich Eingriffe in ihre unternehmerische Freiheit verbitten, spricht Bände. Die haben nix begriffen.

  • 13
    5
    Hankman
    21.01.2021

    Im Frühjahr 2000 haben die Unternehmen in Sachen Homeoffice tatsächlich viel getan. Aber anscheinend nimmt es ein nicht unbedeutender Teil der Wirtschaft seit dem Herbst nicht mehr so genau. Ich höre immer wieder, dass jetzt weniger Menschen im Homeoffice arbeiten als damals. Diese globale Einschätzung entspricht auch dem, was ich aus dem Bekanntenkreis höre und selbst erlebe: Da geht einfach mehr! Ein Teil der Manager sieht anscheinend immer noch die eigene Belegschaft als faule Bande, die sie unter Kontrolle haben wollen. Aber mal ehrlich: Wer glaubt, dass seine Mitarbeiter im Homeoffice nicht genug arbeiten, hat nicht nur ein mieses Menschenbild, sondern auch seinen Job verfehlt. Denn er muss es als Manager schaffen, seine Leute zu motivieren und die Arbeit ordentlich zu organisieren. Wenn beides gegeben ist, klappt es auch mit dem Homeoffice, sofern die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Und um letztere zu schaffen, waren genug Zeit. Manche Unternehmer können nur jammern.

  • 14
    2
    774029
    21.01.2021

    Solange nicht wirklich nachvollziehbare Zahlen vorgelegt werden, aus denen hervorgeht, wo die Ansteckungen tatsächlich erfolgen, ist jede weitere Maßnahme nur ein Stochern im Nebel. Dort sollte endlich mal nachgelegt werden, z.B. in den Ämtern die Infektionswege zu verfolgen und zeitnah an die Betroffenen zu kommunizieren.
    Wenn ich sehe, dass bei meiner Frau in der Kita an einem Donnerstag eine Kollegin positiv getestet wurde und die Kita erst am darauf folgenden Montag schließt -aber auch nur mangels Personal, weil der Rest der Belegschaft sich am Montag testen lässt- stimmt doch prinzipiell irgendetwas nicht in der Organisation. M.E. wuede es in der ersten Welle so gehandhabt, dass, sobald jemand positiv getestet wurde, das gesamte Umfeld sich in Quarantäne zu begeben hatte. Diese recht simple Vorgehensweise scheint nicht mehr praktikabel zu sein.

  • 11
    3
    ChWtr
    21.01.2021

    Sehr gut, treffend beschrieben, Deluxe.

    Leider (oder Gott sei Dank - je nachdem) dreht sich das Hamsterrad unaufhörlich, egal ob angestellt oder selbstständig - da existentiell (...)

    Beide Erfahrungen durfte ich "sammeln".

    Es ist wie so oft, wo Positives ist, ist Negatives nicht weit. Es kommt auf "den Umstand" an, wie man diesen kompensieren kann. Dafür gibt es jedoch kein Rezept.

  • 20
    2
    Deluxe
    21.01.2021

    Homeoffice ist dann sinnvoll, wenn die Arbeitgeber davon keine automatische 24h-Bereitschaft mit ständiger Erreichbarkeit zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten ableiten.

    Arbeitnehmer sollten tunlichst darauf achten, Arbeitszeit und Feierabend auch im Homoffice voneinander zu trennen, andernfalls endet das ganze irgendwann im Burnout.
    Man kann im Homeoffice flexibler und auch leistungsfähiger sein als am Präsenzarbeitsplatz. Weil man dies und jenes auch mal schnell außerhalb der offiziellen Arbeitszeit mit erledigen kann. Aber das darf weder zur Gewohnheit noch zur Forderung der Arbeitgeber werden, sonst wird das Homeoffice zu einem bösen Hamsterrad, aus dem man nicht wieder herausfindet. Das setzt voraus, daß Arbeitgeber akzeptieren, daß Feierabend eben Feierabend ist und man die Leute da in Ruhe läßt.

  • 23
    4
    Suppenfrosch
    21.01.2021

    Grundsätzlich halte ich Homeoffice für durchaus sinnvoll zur Kontaktreduzierung. ABER wenn immer mehr Regelungen geschaffen werden, für deren Überprüfung schlichtweg das Personal fehlt, macht sich die Politik zunehmend unglaubwürdig. Was für mich viel wesentlicher ist, sollte doch der Bund/die Länder als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen, denn auch dort gibt es genug Personal, welches gut daheim arbeiten könnte. Aber es fehlt in den 'eigenen' Behörden schlichtweg an Technik. Auch seit dem 1. Lockdown 2020 hat sich da quasi nichts getan. Und jetzt soll die private Wirtschaft alles ausbaden? So gut und wichtig ich den Kampf gegen die Pandemie finde, aber genau solche Missverhältnisse lassen die Politik zunehmend unglaubwürdig wirken und den rückhain der Bevölkerung schwinden.

  • 30
    4
    col
    20.01.2021

    Nein, es kann nicht zielführend sein, Unternehmen zu überfordern. Aber dort, wo es machbar ist, sollte Homeoffice in der aktuellen Situation selbstverständlich sein. Auch wenn es Mehraufwand bedeutet und Lösungen erst geschaffen werden müssen.

    Was in den wirklich stark von der Pandemie betroffenen Branchen geleistet und gelitten wird, geht weit über die Einführung von Homeoffice hinaus.

    Die Wiedereröffnung des Bäckers um die Ecke und die Sicherung vieler Einkommen auch außerhalb der Industrie und Verwaltung sollten solidarisches Ziel sein. Das sind wir alle schuldig.

  • 28
    8
    col
    20.01.2021

    Man beschließt, dass Unternehmen ein paar Mitarbeiter ins Homeoffice schicken sollen - wenn es passt - und der Aufschrei ist groß.

    Die Gastronomie hatte auch investiert und Konzepte erarbeitet. Geschlossen wurde trotzdem - ohne, dass sich die Breite Masse Gedanken darüber machte. Mittlerweile haben viele von diesen Unternehmen ihre Türen endgültig geschlossen. Und der Einzelhandel sitzt mittlerweile im gleichen Boot.

    Viele Kulturschaffende haben seit fast einem Jahr keine Arbeit. Für Soloselbstständige gab es ein kleines Almosen vom Staat, wenn man Glück hatte und nicht von einer der vielen Klauseln im Kleingedruckten betroffen war. Veranstalter rechnen damit, dass man im Jahr 2021 kaum Veranstaltungen wird durchführen können und es werden wohl nur wenige überleben.

    Wer fragt all die Gastwirte, Händler, Künstler und Co nach ihrer unternehmerischen Freiheit. Oder wenn man noch fairer sein will, nach gerechter Verteilung der Lasten der Pandemie?