Kapitalismus am Pflegebett

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Über das Scheitern des Pflege-Tarifvertrags

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 12
    1
    Zeitungss
    27.02.2021

    @Bautzemann: Volltreffer, genau so ist es, auch wenn man es nicht gerne hört. Eher sehe ich es im Gesundheitswesen noch kommen, dass Lohnzahlungen auf Klatschen umgestellt wird, die AG und die Kassen, gleich welcher Art, wären dafür sicherlich zu begeistern. Werben für diesen Beruf ist eigentlich vollkommen sinnlos, was die Lenker und Leiter der Einrichtungen noch immer nicht begriffen haben, die eigene Gage ist schließlich nicht betroffen, die steigt bekanntlich wenn sie "unten" fällt.

  • 18
    1
    Bautzemann
    27.02.2021

    Soziale Marktwirtschaft ist Kapitalismus. Das Soziale sollten die staatlichen Lenker und Leiter den Wirtschaftsbossen durch entsprechende Gesetzgebung abtrotzen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wo die Kanzlerin und ihr Gesundheitsminister die Systemrelevanz der Pflegeberufe hoch in den Himmel hob. Nicht nur systemrelevant, nein besonders wichtig sind diese Berufe und sollten mit Sonderzuwendungen und besserer Bezahlung unbedingt gewürdigt werden. 1,2 Millionen Beschäftigte bekommen eine lange Nase von der Politik gezeigt. Wen wunderts? Wer Krankenhäuser in Größenordnung schließt, wer die Mietenproblematik nicht in den Griff bekommt, wer alle Dinge der Daseinsvorsorge dem sogenannten Markt überlässt, kann dieses Problem auch nicht lösen. Der Markt reguliert eben nicht alles. Was passiert wenn die Pflegebranche in einen flächengroßen Streik gehen würde? Was passiert wenn die Fluktuation ins unermessliche steigt, weil die Beschäftigten keine Anerkennung für ihre Arbeit bekommen?

  • 13
    2
    klapa
    27.02.2021

    ‚Kapitalismus ist am Pflegebett unangebracht.‘

    Wer mit Kapitalismuskritik großgeworden ist, weiß, Sie, dass in dieser Gesellschaft, soweit existent, nicht nur theoretisch alles käuflich ist.

    Ob es sich um Babys für kinderlose Ehepaare handelt, um junge Mädchen und Frauen, die zur Prostitution gezwungen werde, Sex oder kranke Menschen.

    Die Kosten-Nutzen-Rechnung muss stimmen und natürlich ein satter Gewinn herausspringen. Alles andere interessiert kaum.

    Der alte Mensch verkauft den Rest seines menschlichen Daseins an den Betreiber eines Senioren- bzw. Pflegeheimes für eine Menge Geld.

    Und der Betreiber nutzt Stellung schamlos aus, Bedingungen zu schaffen, z. B. über die Einstellung und Unterbringung billiger Arbeitskräfte, die einen steten Gewinn versprechen.

    Wo Menschen nur nach ihrem Nutzen für Wachstum und vor allem Profit beurteilt werden, wird ihre Menschenwürde verletzt.

    Kapitalismus und Menschenwürde sind für mich unvereinbar.