Kommentar: Hiroshima mahnt

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Der Blitz der Atombombe verwandelte Hiroshima am 6.August 1945 in ein Inferno. 77 Jahre nach dem Abwurf der ersten Atombombe in einem Krieg nimmt die nukleare Bedrohung wieder zu. Und das in einer Zeit, in der es an allen Ecken der Welt bewaffnete Auseinandersetzungen gibt. Nicht nur in der Ukraine, auch in Palästina und Israel herrscht militärische Gewalt. Äthiopien, Somalia, Mali, Berg-Karabach - überall sprechen die Waffen und bringen die Vernunft zum Schweigen. Taiwan im Südpazifik könnte der nächste Großkonflikt werden.

Wenn Kremlchef Putin im Ukrainekrieg unverfroren vom möglichen Einsatz von Atomwaffen in Richtung Nato schwadroniert, kann einem angst und bange werden. Noch sind es üble Drohungen. Aber längst ist eine Modernisierung der weltweiten Atomwaffenarsenale - in den USA, in China und in Russland - im Gange, die den Charakter dieser teuflischen Waffen grundlegend verändert. Die Technik wird immer smarter und ausgefeilter, sodass Militärstrategen irgendwann glauben, sie auch taktisch begrenzt einsetzen zu können. Das Gleichgewicht der Abschreckung, wie es noch zu Zeiten des Kalten Krieges galt, wird durch die Technologie ausgehöhlt. Hinzu kommt, dass die Welt immer mehr von einem aggressiven, Nationalismus erfasst wird, der die Gefahr von Kriegen weiter erhöht. Nicht zu vergessen die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus. Wo bleiben die Stimmen der Vernunft, die Advokaten der Rüstungskontrolle? Es ist höchste Zeit.

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