Mehr Aufklärung, bitte!

Warum ein Nein zur Mammografie auch verantwortungsbewusst sein kann

Es ist alles in Ordnung, kein Krebs. Dieses Ergebnis wünscht sich jeder, der zur Krebsfrüherkennung geht. Doch das ist etwas zu blauäugig. Denn kein Früherkennungsverfahren ist hundertprozentig. Und darüber müssen Versicherte besser aufgeklärt werden, um eine wirklich bewusste Entscheidung treffen zu können.

Eine Aufklärungsbroschüre, die diesen Ansprüchen genügt, gibt es bis jetzt nur für das Mammografie-Screening - eine Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge. Sie zeigt, dass früh entdeckte Tumore besser behandelbar sind. Mehr noch, zwei bis sechs Frauen, die regelmäßig zur Mammografie gehen, werden damit vor dem Brustkrebstod bewahrt. Doch Ärzte, die nur diese Vorteile erwähnen, handeln fahrlässig. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass etwa 30 von 1000 Teilnehmern zu Unrecht beunruhigt werden und weitere Untersuchungen bis hin zu Gewebeentnahmen über sich ergehen lassen müssen. Das kann körperlich und psychisch sehr belastend sein. Wissen muss man auch, dass zwei von 1000 Frauen zwischen zwei planmäßigen Mammografie-Untersuchungen Brustkrebs bekommen. Mediziner sprechen hier von Intervallkarzinomen.

Wenn sich nun Frauen mit diesem Wissen gegen eine Mammografie entscheiden, ist das nicht weniger gesundheits- oder verantwortungsbewusst als ein Ja zur Teilnahme. Sie haben sich ihre Entscheidung bestimmt nicht leicht gemacht.

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