Nothilfen für Bauern lösen Problem nicht

Zur Forderung nach Milliarden-Hilfe wegen Ernteausfällen

Eine wahre Bullenhitze herrscht derzeit in fast ganz Europa. Auch in Deutschland purzeln die Hitzerekorde. Angesichts der Dürre in vielen Regionen fordert der Bauernverband milliardenschwere Nothilfen wegen Ernteeinbußen. Landwirte erfüllen nach Meinung vieler wichtige Aufgaben bei der Nahrungsmittelproduktion und auch bei der Landschaftspflege, daher wird es sicher eine staatliche Unterstützung betroffener Betriebe geben - wie hoch auch immer.

Aber die Landwirtschaft muss im Gegenzug endlich mehr in den Klimaschutz investieren und nachhaltiger wirtschaften. Sie ist auch Mitverursacher des Problems. Daher ist eine Klimaanpassungsstrategie überfällig. Landwirte müssen durch verändertes Verhalten auch selbst dafür sorgen, dass sie in Zukunft nicht in jeder neuen Extremwettersituation in existenzielle Nöte geraten. Trockenheit etwa lässt sich besser überstehen, wenn Landwirte wechselnde Pflanzen auf ihren Feldern anbauen. Auch die Massentierhaltung trägt nachweislich zum Klimawandel bei, weil die Tiere Methangas produzieren und enorm viel Wasser verbrauchen. Die Politik könnte für Landwirte viel mehr Anreize setzen, klimaschonender zu wirtschaften.

Das Thema Klimawandel gewinnt gerade wieder an Aktualität, Dramatik und Dynamik. Man denke nur an die verheerenden Waldbrände in Griechenland, Schweden oder in Brandenburg.

Doch ist das alles noch Wetter oder wirklich schon der Klimawandel? Mit der Antwort darauf tun sich die Experten noch schwer. Grundsätzlich gibt es ja immer wieder Hitzewellen. Zudem ist es schwierig, einzelne Wetterextreme direkt auf menschliche Aktivitäten wie den Treibhausgasausstoß zurückzuführen. Andere Forscher warnen, dass wir schon mittendrin sind im Klimawandel. Die jüngsten Wetterepisoden seien "kompatibel mit den langfristigen Tendenzen, die durch die Konzentration der Treibhausgase verursacht werden", bilanziert die Weltorganisation für Meteorologie. Auf der anderen Seite agiert der mit viel Geld organisierte Zweifel. Klimaleugner, die stets Beweise verlangen. Manche leugnen den Wandel gar nicht mehr, bestreiten aber, dass er von Menschen beeinflusst ist. Wollen wir denn wirklich weiter mehr oder weniger schicksalsergeben in die Klimakatastrophe laufen?

Dazu passt, dass heute der sogenannte Erdüberlastungstag ist. Es ist der Tag, an dem die Menschheit die für ein Jahr natürlich verfügbaren Ressourcen auf der Erde komplett aufgebraucht hat. Der Tag fällt nach Berechnung der Forschungsorganisation Global Footprint in diesem Jahr schon auf den 1. August - so früh lebte die Weltbevölkerung noch nie auf Öko-Pump. 1970 war es rechnerisch erst Ende Dezember so weit. Für Deutschland allein war der Überlastungstag schon am 2. Mai!

Ein alarmierendes Zeichen genauso wie Dürre, Hochwasser, Stürme oder schmelzende Gletscher. Längst leuchten die Warnlampen des Planeten. Ein "Weiter so" ist keine Option. Wir müssen unsere Lebensweise klimafreundlicher und nachhaltiger gestalten. Staatliche Hilfen für Extremwetter-Betroffene werden das Problem nicht lösen.

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