Pflegebedürftige haben das verdient

Zur Entlastung für Kinder Pflegebedürftiger

Professionelle Pflege ist teuer, nicht nur im Heim, auch zu Hause. Denn die Leistungen der Pflegeversicherung reichen für eine Vollversorgung meist nicht. Angehörige haben dann die Wahl, entweder Unterhalt zu zahlen oder sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um ihren Pflegebedürftigen selbst zu versorgen. Beides ist ein großes Armutsrisiko. Es hindert die erwachsenen Kinder auch daran, für ihr eigenes Alter und eine eventuelle Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Die finanziellen Belastungen werden so über Generationen weitergegeben. Wenn der Gesetzgeber damit nun Schluss machen will, ist das sehr zu begrüßen.

Das hat aber zur Folge, dass der Bedarf an professioneller Pflege weiter steigt. Denn so mancher Pflegebedürftige versagt sich derzeit den Einzug in ein Heim oder nimmt weniger ambulante Pflegeleistungen in Anspruch, weil er seine Kinder finanziell schonen möchte - obwohl er zu Hause nicht optimal versorgt ist. Schon heute aber reicht das Pflegepersonal nicht. Und der Bedarf wird mit der älter werdenden Bevölkerung weiter wachsen. Mit einer Umschichtung der Kosten von den Kindern auf die Sozialkassen ist es deshalb nicht getan. Soll das neue Gesetz wirklich die Situation der Pflegebedürftigen verbessern, müssen die Kommunen mehr Geld erhalten - und zwar deutlich mehr. Denn nach jahrelanger Arbeit haben alte Menschen eine professionelle Pflege verdient. Ein wohlhabendes Land wie unseres sollte sich das für seine alten Menschen leisten.

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