Sportler fordern das IOC heraus

Zur Honorierung von olympischen Leistungen

Weltweit setzen sich Sportler für mehr Mitbestimmung, mehr Unabhängigkeit und vor allem für mehr Geld vom stinkreichen Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein. Das ist ihr gutes Recht. Herausragende Leistungen sollten auch entsprechend honoriert werden. Spitzenleistungen und Rekorde sind die Würze, nicht nur bei Olympia. Wir wollen Sieger sehen. Einen strahlenden Diskuswerfer Robert Harting etwa, der nach einem Sieg sein Trikot vor Freude in Stücke zu zerreißen pflegte. Das bringt Einschaltquoten.

Der olympische Gedanke vom "Dabeisein ist alles" hat sich überholt, wenn er denn jemals stimmte. In der heutigen Zeit der Rekorde und Hochglanzbilder auf allen Kanälen zählen die Superstars, Sieger mit möglichst hohem Glamourfaktor.

Davon profitiert das IOC, das wie eine gefräßige Heuschrecke über das Olympia-Gastland herfällt und alles der eigenen Vermarktung unterwirft - von der Würstchenbude in Sportstätten-Nähe bis hin zu jedem einzelnen Trikot mit den fünf olympischen Ringen. Es ist weniger für den Gastgeber, sondern vor allem für das IOC ein Milliardengeschäft. Die Athleten machen Olympia zu dem, was es ist. Nicht das IOC. Das hat in den vergangenen Jahren eher durch Korruptionsaffären Schlagzeilen gemacht.

Für Sportler und Sportlerinnen, die jahrelang unter vielen Entbehrungen für das Ziel Olympia trainiert haben, muss finanziell mehr herausspringen. Gerade im Vergleich zu den Mondgehältern im Top-Fußball. Bei den Leichtathleten etwa können sich die Topstars zumindest bei den traditionellen Meetings noch einiges an Startgeld dazuverdienen. Aber in vielen anderen Sportarten gibt es das nicht.

Am Wochenende findet das bislang größte Treffen von Athletenvertretern in Lausanne in der Schweiz statt. Der IOC bietet das Gespräch an, das ist gut. Aber allein die Tatsache, dass sich Sportler und Sportlerinnen aus 206 nationalen olympischen Komitees dort treffen, lässt IOC-Präsident Thomas Bach sicher gut schlafen. In Lausanne wird es keinen Fortschritt, geschweige denn eine Einigung geben. Dafür sind die Interessen der Athletenvertreter aus aller Herren Länder viel zu unterschiedlich. Das IOC weiß das und wird diese Interessen gegeneinander auszuspielen versuchen.

Es ist gut, wenn Athletenvertreter Max Hartung auf den Tisch haut. Aber seinem Vorschlag fehlt das Konkrete. Er unterschätzt wohl die Egoismen der einzelnen Länder. Eine möglichst gerechte Verteilung von möglichen Olympia-Prämien ist in der Tat sehr schwierig.

Es ist aber an der Zeit, dass die Sportler endlich Hauptdarsteller der Spiele werden und nicht immer nur als Marionetten des allmächtigen IOC gesehen werden. Und es ist auch nicht mehr zeitgemäß.

Die Forderung nach einer direkten Beteiligung der Olympia-Sportler an den Einnahmen des IOC könnte an den Grundfesten des Ringe-Ordens rütteln. Die Sportler, nicht die Funktionäre sind die Hauptdarsteller des Milliarden-Events Olympia. Immer mehr Sportler werden sich ihrer Rolle auch bewusst. Sie werden mutiger.

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