Standortvorteil Weltoffenheit

Was zur Sicherung von Fachkräften in Sachsen getan werden kann

In Sachsen steigt die Anzahl der ausländischen Arbeitskräfte deutlich. Das ist ein positives Zeichen, denn die Menschen, die bereit sind, ihr Glück und ihren Job bei Unternehmen im Freistaat zu suchen, werden dringend gebraucht. Die sächsische Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte. Viele Arbeitsplätze, auch Ausbildungsstellen, können nicht besetzt werden, weil Bewerber fehlen. In Sachsen gibt es mehr als 90.000 offene Stellen. Über 40 Prozent der Unternehmen im Freistaat suchen gegenwärtig nach Fachkräften.

Nach den Konjunkturprognosen wird die Arbeitslosigkeit in Sachsen in diesem Jahr auf deutlich unter fünf Prozent fallen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist auf einem Rekordniveau. Durchschnittlich 2,074 Millionen Erwerbstätige hatten im vergangenen Jahr einen Arbeitsplatz im Freistaat Sachsen. Der Arbeitsmarkt ist ausgereizt. Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Es muss alles getan werden, dass er nicht zu einer Wachstumsbremse wird. Die Sicherung von Fachkräften wird ein entscheidender Faktor für den weiteren wirtschaftlichen Aufbau in Sachsen sein.

Mit dem Entwurf des Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes hat die Bundesregierung einen ersten Schritt unternommen, um auch die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören, zu erleichtern. Die Neuregelungen könnten die Attraktivität des Standorts Deutschland für Fachkräfte steigern, weil einige Verfahrenserleichterungen auch für die Arbeitssuche vorgesehen sind. Das Gesetz wird dringend gebraucht, denn der demografische Wandel wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt dramatisch verändern.

In den kommenden zehn Jahren werden allein auf dem sächsischen Arbeitsmarkt mehr als 300.000 Erwerbspersonen fehlen. Denn es kommen deutlich weniger junge Menschen ins erwerbsfähige Alter, als ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand gehen. Für die sächsische Wirtschaft heißt das: Allein mit eigenen Auszubildenden, mit Rückkehrern oder wieder integrierten Arbeitslosen wird sich die Lücke nicht schließen lassen. Da der Fachkräftemangel aber nicht nur ein Phänomen in Sachsen ist, sondern in ganz Deutschland, heißt das auch, dass die Unternehmen im Freistaat bei der Suche von Mitarbeitern in einem harten Wettbewerb stehen.

Deshalb ist es so kontraproduktiv, dass in den vergangenen Monaten das Image Sachsens durch fremdenfeindliche Übergriffe und rassistische Hetze immens gelitten hat. Viele Unternehmen spüren bereits die Folgen. Die Gewinnung von Fachkräften nicht nur aus dem Ausland wird erschwert, wenn der Eindruck vorherrscht, die Menschen in Sachsen seien nicht weltoffen. Ausländische Fachkräfte werden nur einen Job im Freistaat anstreben, wenn sie auf ein Klima des Willkommenseins hoffen können. Weltoffenheit und Toleranz sind ein wichtiger Standortvorteil.

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