Warum dieser Schulstress?

Über genervte Eltern beim Homeschooling

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1111 Kommentare
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  • 17
    1
    klapa
    06.01.2021

    Nein, man kann nicht wegen ein oder zwei Lehrern auf die ganze Lehrerschaft schließen. Das ist richtig. Wenn das so wäre, hätten wir kein größeres Problem.

    Ich kenne einen Menschen, der versucht, im Jahresverlauf hunderten sächsischen Lehrern samt ihren Vorgesetzten in Fortbildungsveranstaltungen die grundlegenden Probleme der Digitalisierung des Unterrichts darzulegen. Und ich darf versichern, die Defizite sind nicht nur marginaler Art.

    Die Erziehung zur Medienkompetenz der Schüler steht wohl seit 2004 im Lehrplan. Auch die Schulaufsicht muss sich fragen lassen, inwieweit sie hier ihren Aufgaben gerecht geworden ist.

  • 21
    3
    1960175
    06.01.2021

    Deluxe, es ist unfein, von einem oder zwei Lehrer auf die ganze Lehrerschaft zu schließen und alle über einen Kamm zu scheren.
    Ich kann mir sehr gut ein Urteil bilden, welche digitale Kompetenz die überwiegende Mehrheit der Lehrer hat und was die Lehrer zur Zeit leisten.
    Von einigen Schülern kommen (wenn überhaupt etwas kommt) aber auch nur mit dem Handy abfotografierte Bilder als gelöste Aufgabe zu den Lehrern zurück. Die können dann ja sehen, wie sie diese korrigieren und wieder an die Schüler senden.

    wschmidt spricht in seinem Kommentar sehr viel Wahrheit aus. Ohne zusätzliche Übungen würden viele Schüler das Klassenziel nicht erreichen.

    Und ich bin der Meinung, dass viele Probleme auch dadurch entstehen, weil Deutschland ein digitales Entwicklungsland ist.
    Was nützt zum Beispiel WLAN an den Schulen oder zusätzliche Computer, wenn nur eine, maximal zwei Telefonleitungen nach draußen gehen.

  • 23
    2
    Erzbürger
    06.01.2021

    Nach Monaten Pandemie immer noch kein Plan und kein funktionierendes Konzept. Ein Kultusminister ohne Strategie, der sich "frustriert" zeigt, wenn seine Lernplattform, die schon im Normalbetrieb nicht das Nonplusultra ist, nicht funktioniert. Dabei ist er verantwortlich. Eine träge Beamtenschaft, die offensichtlich keinerlei Ambitionen hat, irgendetwas zu bewegen und zudem Anfragen oder Ideen aus den Schulen häufig einfach ignoriert oder abbügelt - und leider auch viele Lehrer, die sich trotz Vollbezahlung in den letzten Monaten nicht in der Lage sahen, sich mit digitalen Tools und Möglichkeiten zu beschäftigen, und im besten Fall ein schnell kopiertes Arbeitsblatt verschicken. Traurig. Andere Länder (z.B. Skandinavien) sind da so unendlich viel weiter....

  • 13
    5
    penaum
    06.01.2021

    Hallo #Deluxe, ihr Beispiel alleine zeigt noch nicht, dass die Grundschullehrerin unfähig ist. Schreiben Sie ihr eine kurze Anleitung (die sie dann im Kollegenkreis verteilen kann). Lehrer und Schüler sind nicht für das momentane Chaos verantwortlich. Helfen wir uns gegenseitig ....

  • 13
    1
    wschmidt
    06.01.2021

    Auch wenn ich mir in wenigen Minuten rote Daumen einfange ...

    Dann müsste ich mich aber jedes Jahr fragen, warum eigentlich nicht jeder Lehrer (unter Normalbedingungen) 8 Wochen (bzw. 2 Monate) vorher fertig ist.
    Ich wäre durchaus in der Lage im dann notwendigen Tempo durchzuziehen. Mal sehen, was die Schüler dazu sagen würden und wie viele von ihnen die Ziele des Schuljahres dann noch erreichen würden.
    Dieses Tempo könnte ich z.B. nur dann erreichen, wenn ich z.B. die Anzahl von (aus meiner Sicht notwendiger) Übungen konsequent reduzieren würde.
    Sehr geehrte Frau Müller ... zu ihrer Information ... jeder Lehrplan gibt Mindestanforderungen vor ...

  • 26
    2
    klapa
    06.01.2021

    Sie haben Recht, Frau Müller, die Inkompetenz beginnt ganz oben im Ministerium und wird nach unten durchgereicht.

    Wer glaubt, es sei mit der großzügigen Verteilung von Hardware getan, der hat von Tuten und Blasen keine Ahnung, wie es um die digitale Kompetenz eines Teiles der Lehrerschaft bestellt ist.

  • 34
    8
    Deluxe
    06.01.2021

    Es liegt aber zusätzlich auch an unfähigen Lehrern.

    Beispiel aus der Praxis:
    Wenn eine Grundschul-Klassenlehrerin nicht fähig ist, für die Wochenaufgaben aus mehreren Bildern und Grafiken eine pdf-Datei zu erzeugen, sondern jede abfotografierte Buchseite als Fotodatei unkomprimiert mit mehreren MB Größe als Mail verschickt, dann ist das einfach inkompetent.

    Jeder Arbeitgeber in der privaten Wirtschaft erwartet von seinen Leuten, daß sie solche Grundkenntnisse mitbringen. Dafür gibt es auch keine Lehrgänge, sowas muß man einfach können. Wie es geht, kann man notfalls heimlich bei Google herausfinden - aber die eigenen Kompetenzdefizite 1:1 an Schüler und Eltern durchzureichen, ist ein Armutszeugnis für den ganzen Berufsstand der Lehrer.

    Die Kombination aus eklatantem PC-Kenntnismangel bei Lehrern und massiven Defiziten beim Kultusministerium macht uns voll berufstätigen Eltern das Leben extrem schwer.

  • 31
    1
    ThomR
    06.01.2021

    Das schlimme ist, wenn man dieses Problem bei der Politik anspricht, wird es einfach ignoriert. Unsere Politiker haben überhaupt keinen Bezug mehr zu uns Bürgern und wissen nicht was sie den Kindern und Eltern abverlangen. Technisch sind wir Lichtjahre zurück, bringen Lernsax nicht zum laufen. Erschreckend was hier passiert.

  • 11
    8
    Haju
    06.01.2021

    "Lehrpläne gehen pro Schuljahr von 40 Unterrichtswochen aus und haben Stoff für 30 bis 32 Wochen."//
    Genau so ist das! Mal etwas weniger Kino-/ kreative Selbstverwirklichungs-/ Wie-fühlt-sich- das-für-Dich-an? - Wochen und schon schaffen die Lehrer das!

  • 29
    4
    Moncada
    05.01.2021

    Sehr geehrte Frau Müller, man sollte sich vorher kundig machen: der Lehrplan enthält sogar nur Stoff für 26 bis 28 Wochen (z. B. Mathe 9 Gymnasium 104 h bei 4 h pro Woche = 26 Wochen). Und die Eltern müssen die Aufgaben nicht ausdrucken, die Schüler können auch am Bildschirm lesen.
    Das Grundproblem ist und bleibt, dass das Kultusministerium die Zeit seit Frühjahr nicht genutzt hat, um für die zu erwartende zweite Welle gerüstet zu sein. Man hat den Kopf in den Sand gesteckt und ist im Vollbetrieb auf die Totelschließung zugerast. Ein Wechselunterricht mit halbierten Klassen ab November hätte die jetzige Situation vielleicht verhindern können.

  • 69
    0
    Lehrerin
    05.01.2021

    So ist es, Frau Müller, es ist alles frustrierend. Insbesondere, dass lernsax nicht funktioniert, es wäre eine Möglichkeit, die Schüler zu sprechen, im wahrsten Sinne des Wortes Gesicht zu zeigen, auch Sorgen aufzufangen und so etwas wie Nähe, An- und Beistand, Fürsorge zu gewähren, denn das verstehe ich auch als unseren Auftrag und lebe ihn von Herzen gerne. Nicht bloß Aufgabenblätter "rüber zu schieben". An Kultus geht: nichterbrachte Leistung, durchgefallen!