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Über die Lage an den Hochschulen

In Sachsens Fachhochschulen und Universitäten laufen die Vorbereitungen für das kommende Wintersemester auf Hochtouren. Dabei zeichnet sich ab, dass viele Lehrveranstaltungen ein weiteres Semester lang nur digital durchgeführt werden. Zwar ist geplant, insbesondere für Studienanfänger auch Präsenzveranstaltungen anzubieten, doch es ist zu befürchten, dass das Studieren an den Hochschulen immer stärker auf ein Home-Studium reduziert wird.

Bei dieser Praxis besteht die Gefahr, dass die Vorteile eines Studienplatzes in Sachsen nicht mehr wahrgenommen werden. Der gute Ruf sächsischer Hochschulen ist nicht zuletzt durch den günstigen Betreuungsschlüssel, den engen Kontakt zwischen Professorinnen und Professoren mit ihren Studierenden entstanden. Auch die enge Beziehung vieler Lehrstühle zu mittelständischen Unternehmen der Region gilt als beispielhaft, weil sich so Praxis und Wissenschaft eng verzahnen lassen. Das kann allerdings nicht funktionieren, wenn sich ein Großteil des Hochschulpersonals im Homeoffice befindet.

Nicht nur für die Studierenden hat das digitale Studium Nachteile, auch das gesellschaftliche Umfeld leidet. An den Hochschulstandorten gehen die Attraktivität und die Lebendigkeit der Innenstädte verloren, wenn es gar keinen Anlass mehr gibt, auch dort zu wohnen. Es gibt bereits auch Unternehmen aus dem Einzelhandel und der Gastronomie, die über fehlende Aushilfskräfte aus der Studentenschaft klagen.

Ein Studium ohne Teamarbeit und den direkten Austausch sollte nicht zum Standard werden. Sachsens Hochschulen sollten deshalb so schnell wie möglich zum Regelbetrieb zurückkehren. Dazu müssen entsprechende Hygienekonzepte entwickelt werden. Was Schulen können, muss auch an den Hochschulen möglich sein.

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