Umfrage: Wer wird Erzgebirger des Jahres?

Die "Freie Presse" sucht wieder den Erzgebirger des Jahres. Zwölf Frauen und Männer sind nominiert. Alle haben sich 2021 mit besonderen Taten, cleveren Ideen, Mut, Engagement oder Selbstlosigkeit hervorgetan. Wer ist Ihr Favorit? Stimmen Sie ab!

Ergebnis

Gesamte Stimmenanzahl: 2105


Der Rennfahrer - Jan Wätzig beschert kranken Kindern schnelles Glück: Jan Wätzig führte einst ein Leben auf der Überholspur. Seit neun Jahren drückt der ehemalige Rennfahrer nur noch für den guten Zweck das Gaspedal bis zum Anschlag. Gemeinsam mit dem Team von "Nascar hilft" beschert er krebskranken Kindern und deren Familien schnelles Glück auf der Rennstrecke. Als Beifahrer in Renntaxis können sie einen Tag lang unvergessliche Momente auf dem Lausitzring weit abseits des Krankenbetts erleben. "Ich bin echt ergriffen", sagt der Familienvater aus Wolkenstein zu seiner Nominierung und richtet seinen Dank zugleich an sein Team und alle Unterstützer, ohne die "Nascar hilft" nicht möglich wäre. Auch im nächsten Jahr steigen junge Patienten wieder in die PS-Boliden. Dann geht das ehrenamtliche Projekt bereits in seine zehnte Saison. (Foto: Kristian Hahn)

23.18%

Die Erzgebirgerin - Carmen Krüger lebt Mundart mit dem Herzen: Wenn es den Erzgebirger gibt, dann ist es eine Frau - nämlich Carmen Krüger. Die gebürtige Ehrenfriedersdorferin lebt mit jeder Faser ihres Herzens erzgebirgische Mundart. Warum sie bisher noch nicht für die Wahl des Erzgebirger des Jahres nominiert worden ist, dafür fehlt jede Begründung. Vielleicht, weil die 55-Jährige einfach Erzgebirgerin ist. Auch wenn Carmen Krüger wegen ihrer Arbeit beim Landestourismusverband nach Dresden gezogen ist, hält sie ihrer Heimat die Treue: Sie ist Vorsitzende des Erzgebirgszweigvereins und Mitglied der Heimatgruppe Ehrenfriedersdorf. Einmal im Jahr tritt Carmen Krüger besonders in Erscheinung. Nämlich bei der Wahl des Mundartwortes des Jahres. Bei der Auflage in diesem Jahr, Runde Nummer 5, fiel die Entscheidung auf "ausbuzeln". (Foto: Ronny Küttner)

15.82%

Der Lichterfahrt-Initiator - Udo Burkert und viele Fahrer wollen Hoffnung stiften: Er sieht sein Wirken stellvertretend für alle Beteiligten dieser besonderen Aktion: Unter dem Motto "Licht mit uns" hat Udo Burkert aus Sehma am 11. Dezember dieses Jahres eine Lichterfahrt durch die Region Annaberg organisiert. 23 Busse, 49 Lkw und 9 Feuerwehrfahrzeuge begaben sich - mit vielen Lichtern und anderen Details aufwendig geschmückt - vom Annaberger Kätplatz aus auf große Tour. Mehrere tausend Menschen säumten verteilt die Strecke, die unter anderem durch Schönfeld, Ehrenfriedersdorf, Geyer, Schlettau, Crottendorf und Sehmatal führte. Die Tour sollte ein Zeichen der Hoffnung sein, die Freude bei den Erzgebirgern darüber war bei vielen groß. Die Idee stammte von einem Bekannten von Udo Burkert, der Inhaber von Burkert-Reisen setzte sie mit der Hilfe vieler um. (Foto: Ronny Küttner)

11.69%

Die Kinoretterin - Katharina Repp belebt Union-Filmtheater neu: Sechs Jahre hatten die Bauarbeiten gedauert, bis die Schwarzenbergerin Katharina Repp (34) mit ihrem Team am 1. Juli das Union-Filmtheater in Schneeberg wieder eröffnen konnte. Nach der coronabedingten Schließung endlich wieder Besucher - bis zum November, als in Sachsen wieder alle Freizeiteinrichtungen wegen der Pandemie schließen mussten. "Eigentlich bin ich froh, denn mit 2G und manchmal nur wenigen Besuchern hat es sich kaum noch gelohnt, das Licht anzumachen", sagt die Erzgebirgerin. Sie betreibt unter anderem auch Kinos in Schwarzenberg und Annaberg. Mit unerschütterlichem Optimismus blickt sie in die Zukunft und hofft auf bessere Zeiten fürs Kino. Das Jahr war auch deshalb kein leichtes für sie, weil sie ihren Vater an Corona verlor und selbst daran erkrankte. (Foto: Uwe Mann)

10.17%

Der Bewahrer - Ralf Gumprecht gibt Bergbautradition weiter: Die Zeugnisse des Bergbaus erhalten und seine Traditionen an nachfolgende Generationen weiterzugeben, ist Ziel des Bergbauvereins Schneeberg. Er hat die Grube Wolfgang Maaßen mit ihrem Pochwerksgebäude gerettet, das als Objekt der Schneeberger Bergbaulandschaft mit zum Weltkulturerbe gehört. Durch das große Engagement des Vizevereinschefs Ralf Gumprecht konnte diesen Oktober nach zweijähriger Bauzeit ein Anbau für 713.000 Euro errichtet werden, der das historische Ensemble nun komplettiert. "Durch die neuen Räume haben wir die Möglichkeit, ganzjährig Besuchern den Bergbau nahezubringen", erklärt Ralf Gumprecht. Vor allem Schulklassen sollen davon profitieren, damit "Welterbe" auch in Zukunft ein Titel ist, der im Erzgebirge gelebt wird. (Foto: Ramona Schwabe)

8.36%

Der Wegewart - Tim Böttger hat große Ziele für sein Ehrenamt: Der neue Wanderwegewart von Burkhardtsdorf heißt Tim Böttger (36). Hauptberuflich arbeitet er im VW-Motorenwerk. Sich im Ehrenamt um die rund 50 Kilometer Wander-, Spazier- und Radfahrstrecken in seinem Ort zu kümmern, sie zu kontrollieren, Schilder zu erneuern und Infotafeln aufzustellen, ist für den Erzgebirger wie eine private Profession. Es ist für ihn keine Belastung, sondern Chance. Sein Credo: "Wir leben so schön, dort, wo andere Urlaub machen. Es soll schön bleiben." Tim Böttger hat eine Übersicht erstellt - mit vielen Fotos, Karten und einer detaillierten Zustandsbeschreibung aller Wegweiser und Schutzhütten in seinem Gebiet. Sein Ziel für die nächsten Jahre: vorhandene Orientierungspunkte und Schutzhütten erhalten, erneuern, ergänzen und aktualisieren. (Foto: Jan Oechsner)

7.55%

Der Himmelsgucker - Marcel Drechsler bringt das Erzgebirge ins Weltall: Amateurastronom Marcel Drechsler aus Bärenstein ist mit seinen beiden Partnern aus Frankreich und den USA eine spektakuläre Entdeckung gelungen: Überreste einer riesigen Sternenexplosion, die sich vor annähernd 20.000 Jahren ereignet hat. Sechs Monate Arbeit, 68 Nächte Beobachtungen aus der Ferne übers Internet in der Sternwarte in Chile, die über die dafür notwendigen Riesenteleskope verfügt, und 133 Stunden Belichtungszeit waren nötig, um am Ende den extrem lichtschwachen kosmischen Nebel abbilden zu können. Damit hat er dem Erzgebirge zu weltweiter Aufmerksamkeit verholfen. Denn benannt hat er den Nebel nach seiner Heimatgemeinde Bärenstein. Die ist damit vermutlich der einzige Ort weltweit, der einen eigenen kosmischen Nebel hat. (Foto: Georg Ulrich Dostmann)

6.75%

Der Motivator - Trio um Marco Hösel aktiviert Radsport-Nachwuchs: Radprofi Marco Hösel aus Hormersdorf steht für die sportliche Mission eines Trios in diesem Sommer. Gemeinsam mit seinem Chemnitzer Sportkollegen, Trialweltmeister Hannes Herrmann, schwitzte der 40-Jährige für die "MTB Skills Junior Challenge". In kurzen Filmen, hochgeladen auf Youtube, gaben die beiden Trialer Tipps zur Fahrtechnik. Den entscheidenden Anstoß für die acht Tutorials, adressiert an den Radsport-Nachwuchs, hatte Albrecht Dietze gegeben. Der Seiffener, Organisator des Erzgebirgs-Bike-Marathons, finanzierte die Idee. Dem Trio gelang es, gut 100 Kinder zu motivieren, nach dem Winter das Handy beiseite zu legen, sich nicht aufs Sofa, sondern aufs Rad zu setzen. Mancher Film wurde 1000-fach geklickt. (Foto: Ronny Küttner)

5.37%

Der Schutzengel - Hans-Jürgen Reichel hilft Frau aus brennendem Haus: Im Mittelpunkt stehen, ist Hans-Jürgen Reichel unangenehm. Aber seiner Zivilcourage ist es zu verdanken, dass bei einem Brand in Hilmersdorf ein größeres Unglück verhindert werden konnte. An einem Julivormittag hörten der 70-Jährige und seine Frau Christa einen lauten Knall. Als Qualm aus den Fenstern des Nachbarhauses aufstieg, handelte das Ehepaar gedankenschnell. Christa Reichel alarmiert die Feuerwehr, ihr Mann lief zum Unglücksort. Er half der älteren Bewohnerin aus dem brennenden Haus. "Für mich gab es keine andere Option, als sofort zu helfen", sagt er. Wenig später traf die Feuerwehr ein und löschte den Brand. Dass niemand verletzt wurde, ist auch dem Schutzengel aus der Nachbarschaft zu verdanken. (Foto: Bernd März)

5.04%

Der "Sachsenmuchacho" - Falko Weber initiiert Corona-Hilfe für arme Menschen: Falko Weber hat in seinem Leben schon alle Kontinente auf zwei Rädern erkundet. Seit 30 Jahren bietet der Olbernhauer Motorradreisen an. Touren führten den 58-Jährigen auch nach Peru. Die armen Menschen dort habe die Corona-Pandemie sehr hart getroffen. Mithilfe freundschaftlicher Kontakte nach Südamerika startete er mit dem Berliner Steffen Pilz ein Hilfsprojekt, sammelte unter den Teilnehmern der Peru-Touren Spenden. Die "Sachsenmuchachos", wie sie sich nannten, bekamen 1500 Euro zusammen. Mit dem Geld wurden ehrenamtliche Hilfslieferungen mit Nahrungsmitteln und Kleiderspenden ermöglicht, um Hunger und Not in den Bergen und unter Bewohnern in Limas Stadtteil Pamplona Alta zu lindern. (Foto: privat)

2.66%

Der Blutspender - Gert Weigelt gab seit 1976 mehr als 500 Spenden ab: Hobbyfotograf, Mettenspieler, Chorsänger, Kommunalpolitiker, Schöffe am Gericht, Alleinunterhalter, Mundart-Sprecher: Gert Weigelt gilt als echter Tausendsassa. Eine Aktivität begleitete den Senior aus Mauersberg aber mehr als vier Jahrzehnte. Seit 1976 spendete der Erzgebirger regelmäßig Blut- und Blutplasma. Bis zuletzt gab er insgesamt exakt 115 Blut- und 410 Blutplasma-Spenden ab. "Ich will einen Beitrag leisten, dass Leben gerettet werden", erklärte der verheiratete Mann. Begonnen hatte alles während eines Krankenhausaufenthalts in Annaberg. Eine Schwester sprach ihn an, ob er nicht Spender werden wolle, zumal seine Blutgruppe A am häufigsten infrage kommt. Mittlerweile hat der 74-Jährige aber die Altersgrenze fürs Blutspenden erreicht, weshalb er aufhören musste. (Foto: Kristian Hahn)

2.14%

Der Spielemacher - Ralf Viehweg holt Kindheitserinnerungen zurück: Die Ideen sind ihm noch nie ausgegangen. Ralf Viehweg war über Jahrzehnte Spielwarenhändler. 2016 gründete er die Spika GmbH und bringt seitdem einen DDR-Spiele-Klassiker nach dem nächsten als Replik auf den Markt. Sein Archiv an alten Spielen ist riesig. "Im Märchenwald" und "Sandmann, lieber Sandmann" sind nur zwei Beispiele. Und natürlich sind bei den meisten Brettspielen auch die legendären Figuren mit den spitzen Hüten dabei. 2021 hat er sich zudem an sein erstes eigenes Spiel gewagt. "Die Olsenbande - das Spiel" wurde in Zusammenarbeit mit einem Spieleautor entwickelt und wurde schnell zum Publikumsliebling. Mit seinen Spielen verbindet der Neudorfer Generationen. Kinder lernen die Klassiker kennen und Erwachsene erinnern sich an ihre eigene Kindheit. (Foto: Ronny Küttner)

1.28%