Mit Verspätung ins Abenteuer zweite Liga

Für die Tennisspieler aus Zwickau und Westsachsen stehen am Wochenende die ersten Punktspiele der neuen Saison an. Auf die Senioren des TC Sachsenring wartet eine ganz besondere Herausforderung.

Zwickau.

Mit sechs Wochen Verspätung und unter entsprechenden Hygieneauflagen geht es los: Der Saisonstart Mitte Juni statt Anfang Mai ist nicht die einzige Änderung, die sich für die Tennisvereine in Folge der Corona-Pandemie ergibt. Der Sächsische Tennisverband hat einen Ersatzspielplan mit veränderten Regeln aufgestellt. So werden in allen Ligen zwar die Meister ausgespielt. Es wird aber weder Auf- noch Absteiger geben. Zudem hatten die Tennisvereine bis vergangenen Sonntag die Möglichkeit, ihre Mannschaften aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen, ohne dafür Ordnungsgebühren entrichten zu müssen.

Die Tennisvereine aus Zwickau, Crimmitschau, Kirchberg und Oberlungwitz wollten ursprünglich mit insgesamt fast 35 Mannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen. Aufgrund der Neuregelungen zogen jedoch sechs Teams bei den Senioren und zwei im Nachwuchs zurück. Sechs Mannschaften werden die Region in dieser Saison höherklassig vertreten. Eine spielt in der Ostliga und weitere fünf schlagen in der höchsten sächsischen Spielklasse, der Landesoberliga, auf.

Der TC Sachsenring Zwickau hat sieben Mannschaften gemeldet. Es sind sechs Teams bei den Aktiven und Senioren sowie eine Mannschaft bei den Kindern. Die Sachsenringer schlagen in diesem Jahr ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte auf. Denn zum ersten Mal spielt mit den Herren 60 eine Mannschaft in der Ostliga. Die Senioren errangen in der vergangenen Saison den Landesmeistertitel und setzten sich im Aufstiegsspiel gegen die HSG Greifswald durch. Das Team ist nach den Männern und den Damen 50 des 1. TC Zwickau erst die dritte Zwickauer Mannschaft, die in dieser Liga aufschlägt. Für Seniorenmannschaften ist diese Liga die zweithöchste deutsche Spielklasse.

Die Sachsenringer werden entsprechend der Rangliste mit Frank Gesellmann, Karl-Heinz Lenz, Bogdan Sztaba, Ulrich Richter, Robby Baier, Holger Borris, Rolf Müller und Franz Antal antreten. "Es wird für uns als Neuling eine äußerst schwierige Saison. Ob wir das spielerische Potenzial haben, um in der Ostliga zu bestehen, kann ich nicht beantworten. Deshalb gibt es für uns nur eine Zielstellung. Und die lautet, nicht den letzten Platz in der Liga zu belegen", sagt Mannschaftskapitän Rolf Müller. Die Zwickauer haben gleich zum Auftakt am Sonntag bei der zweiten Mannschaft des TC 1899 Blau-Weiß Berlin II eine harte Nuss zu knacken.

Die erste Männermannschaft des Vereins, die eine Spielgemeinschaft mit dem 1. TC Zwickau bildet, schlägt nach ihrem Aufstieg zum ersten Mal in der sächsischen Verbandsliga auf. In der Bezirksliga standen nur vier Spieler im Team und jetzt brauchen die Sachsenringer sechs. Dennoch starten die Zwickauer optimistisch, denn sie sind vor allem auf den beiden ersten Positionen mit den tschechischen Gastspielern David Potuzak und Pavel Prochazka gut aufgestellt.

Der 1. TC Zwickau schickt sechs Mannschaften ins Wettkampfgeschehen. Im sächsischen Oberhaus wird auch in dieser Saison wieder die erste Frauenmannschaft aufschlagen. Nach einer sehr holprig verlaufenden Saison 2019, als das Team stets zu den Abstiegskandidaten gehörte, wollen sich die Zwickauerinnen in diesem Jahr wieder möglichst weit vorn platzieren. Mit der Verpflichtung von Sabina Brichackowa als neuer Nummer 1 sind die Voraussetzungen für eine Leistungssteigerung der Mannschaft, zu der außerdem Katharina Matt, Tina Stark, Elaine Porzig, Pauline Liebig, Jenny Einhorn und Julia Glöckner gehören, durchaus gegeben. Zum Punktspielauftakt erwarten die TC-Spielerinnen am Samstag den SV Dresden Mitte. Die zweite Oberligamannschaft des Vereins, die Damen 50, wird 2020 kein Punktspiel bestreiten. Das Team konnte sich nicht mit den diesjährigen Bedingungen anfreunden und zog die Meldung zurück. Dafür hat der Verein wieder drei Nachwuchsmannschaften dabei, von denen vor allem die Junioren U 18 in der Bezirksliga um den Meistertitel kämpfen wollen.

Der TC Rot-Weiß als kleinster Zwickauer Verein startet mit drei Mannschaften in die neue Saison. Das ehemalige Team Herren 40 wird altersbedingt in diesem Jahr bei den Herren 50 in der Oberliga aufschlagen. Obwohl die Damen 40 ihr Aufstiegsspiel zur Landesoberliga im Vorjahr verloren hatten, dürfen sie in dieser Freiluftsaison zum ersten Mal in dieser Liga spielen.

Mit acht Mannschaften, darunter zwei Nachwuchsteams, wird der ETC Crimmitschau das neue Punktspielgeschehen in Angriff nehmen. Die erste Männermannschaft konnte sich mit Fabian Wilde als neuer Nummer 1 enorm verstärken. In dieser mannschaftlichen Aufstellung gehören die Crimmitschauer zum ersten Anwärter auf den Bezirksmeistertitel. Für die Verbandsligamannschaft Herren 40, die 2019 den dritten Platz belegte, geht es auch in dieser Saison um einen guten Rang im Mittelfeld. Die ETC-Frauen spielen in der Bezirksklasse.

Während der 1. TC Kirchberg seine drei zunächst gemeldeten Mannschaften alle zurückgezogen hat, wird der SV Oberlungwitz in diesem Jahr zwei Teams ins Rennen schicken. Für die erste Männermannschaft ist die Bezirksliga als Aufsteiger besonders reizvoll. "Die Mannschaften sind spürbar stärker als noch in der Bezirksklasse. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir gut mithalten können", sagt OSV-Mannschaftsführer Michael Seifert. Er hat als Zielstellung einen Platz im Mittelfeld ausgegeben. (mit dsg/erbe)

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