17-jähriger Gornauer baut schnelle Eingreiftruppe auf

Aus einer kleinen Hilfsaktion an der Bundesstraße 174 soll eine große werden: Der Gornauer will auch in Orten wie Hohndorf und Reitzenhain liegen gebliebene Lastwagenfahrer versorgen. Doch dafür ist Unterstützung nötig.

Marienberg/Zschopau.

Die ersten Schneeflocken sind bereits gefallen, und schon begibt sich Yannick Meyer wieder in die Spur - beziehungsweise an die Spur. Hatte er im vergangenen Winter an der Bundesstraße 174 liegen gebliebene Lastwagenwagenfahrer mit Tee und Keksen versorgt, will er in diesem Jahr seine Erste Hilfe der etwas anderen Art ausbauen. Eine schnelle Eingreifgruppe ist geplant.

"Ich habe schon fünf Mitstreiter gefunden, suche aber noch weitere Freiwillige", sagt der 17-jährige Gornauer, der derzeit ein Jahr Bundesfreiwilligendienst ableistet. Insgesamt 20 müssten es seinen Worten zufolge sein. Nur so lasse sich der hiesige Verlauf der Bundesstraße abdecken. So sollen im Falle eines Falles die Helfer in Hohndorf bereitstehen und Trucker mit Heißgetränken und anderem versorgen. Auch in Großolbersdorf, an der Heinzebank, bei Lauta und in Reitzenhain will Yannick Meyer mit seinem Team zur Stelle sein. Ihm ist das Vorhaben eine Herzensangelegenheit. Denn bei extremen Wetterlagen mit starken Schneefällen und glatten Straßen stecken die Lastwagenfahrer und häufig auch die Autofahrer mitunter stundenlang fest. So mussten viele im vergangenen Januar in ihren Fahrzeugen übernachten, ohne dass sie etwas zu essen oder zu trinken dabei hatten.

Und weil es mit Keksen und Tee bei Kälte mitunter nicht getan ist, will Yannick Meyer auch Deftiges verteilen. Seine Idee: Roster könnten in der Nähe der Straße gegrillt und an die Liegengebliebenen kostenlos verteilt werden. Weil der 17-Jährige noch kein ausreichendes Einkommen hat, hofft er auf Sponsoren, die die die Lebensmittel bezahlen. Er will auf Unternehmen zugehen und sie um Unterstützung bitten.

Im vorigen Winter hatte Yannick Meyer, er war damals noch Schüler, Tee und Kekse aus eigener Tasche bezahlt. Damals entschloss er sich spontan zu helfen. Als Dankeschön lud ihn eine Dresdner Spedition zu sich ein. Yannick Meyer dufte in einem der Lastwagen mitfahren, womit sich für ihn ein großer Traum erfüllte. Zudem durfte er unter anderem die Frauenkirche besuchen. Später erhielt Yannick Meyer von der Spedition eine Einladung zur gemeinsamen Schifffahrt auf der Elbe. "Ich bin nach wie vor mit Geschäftsführer Steven Hamburger in Kontakt. Wir schreiben hin und wieder", erzählt Yannick Meyer.

Trotz der positiven Eindrücke will Yannick Meyer vorerst nicht Lastwagenfahrer werden. In ganz Deutschland oder gar Europa stetig auf Achse zu sein, lasse sich kaum mit dem späteren Familienleben vereinbaren. Er kann sich vorstellen, nach dem Bundesfreiwilligendienst eine Ausbildung als Rettungssanitäter zu beginnen. Dann würde er täglich Erste Hilfe leisten - wenn auch nicht mit Tee und Keksen.

Wer Yannick Meyer unterstützen möchte kann sich an ihn wenden. Seine Telefonnummer lautet: 0176 83946976.


"Auf eine solche Idee kommt nicht jeder"

Kimberley Meyer will ihren Bruder Yannick tatkräftig unterstützen. Georg Müller fragte die Zwölfjährige, warum sie so schnell "Ja" gesagt hat.

Freie Presse: Wie findest Du es, dass Dein Bruder sich im Winter an der Bundesstraße 174 für Lastwagen- und Autofahrer engagiert?

Kimberley Meyer: Ich finde es richtig cool von ihm, dass er für andere da ist und dass er sich um Liegengebliebene kümmert. Auf eine solche Idee kommt nicht jeder. Er ist damit auch für mich ein Vorbild.

Du willst Dich in diesem Jahr mit engagieren.

Für mich stand schnell fest, dass ich meinen Bruder unterstütze. Aufgaben gibt es viele, zum Beispiel Kuchen zu backen.

Wirst Du auch mit an der Straße stehen?

Ich gehe auch zu den Lastwagenfahrern hin. Dafür habe ich mir schon dicke Schuhe und neue Handschuhe gekauft. Es kann schließlich sehr kalt werden. Besser wäre es natürlich, es schneit nicht zu sehr und unsere Hilfe ist gar nicht erst nötig.

Ihr sucht noch Mitstreiter.

Ja, es wäre toll, wenn wir weitere Unterstützung bekämen.

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