24 Orte erlauben Zeitreise

Deutlich weniger Einrichtungen als in Vorjahren haben sich im Landkreis am Denkmaltag beteiligt. Dennoch war er ein Erfolg.

Frauenstein/Muldenhütten.

Lutz Grabolle und seine Mitstreiter vom Förderverein "Burg Frauenstein" schauen zufrieden aus. Erst vor wenigen Wochen hatten sie den Burghof und Teile der mittelalterlichen Wehranlagen ehrenamtlich von Wildwuchs befreit, damit das Areal schön ist für den Tag des offenen Denkmals, und nun werden diese Mühen auch durch allerbestes Wetter belohnt. Die Vereinsmitglieder, so Grabolle, sorgten vor allem für Verpflegung und veranstalteten zudem mehrere Führungen über die imposante Anlage.

Im Burghof selbst ging es mittelalterlich zu. Schausteller aus Tharandt und Dresden waren gekommen, die Bogenschießen, Basteleien, Markttreiben sowie Schwertkämpfe anboten. Die offizielle Eröffnung des Tages des offenen Denkmals in Mittelsachsen vollzog sich derweil nur wenige Schritte weiter - in der Aula der Grundschule. Bürgermeister Reiner Hentschel begrüßte dazu Landrat Matthias Damm, CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann und weitere Gäste. Offiziell, so Damm in seiner Ansprache, gibt es in diesem Corona-Jahr 24 Veranstaltungen und Orte, die sich für Besucher öffnen. "In der Vergangenheit waren es in der Regel rund 60", sagte Damm. Er verwies zudem auf den Wirtschaftsfaktor Denkmalschutz, der nicht zu unterschätzen sei. Allein in Mittelsachsen ständen jährlich 3 Millionen Euro aus verschiedenen Töpfen zur Verfügung, mit denen die 12.000 erfassten Denkmale erhalten würden. In diesem Zusammenhang ging sein Dank an alle Ehrenamtlichen, ohne die all das nicht möglich sei.

Steht die Burgruine Besuchern im Allgemeinen offen, so ist das bei dem historischen Hüttenkomplex Muldenhütten anders. Lediglich zu solch besonderen Gelegenheiten wie am Sonntag öffnen sich die Tore jenes Bestandteils des Welterbes Montanregion. Derzeit ist man hier mit der Sicherung der alten Industriegebäude beschäftigt, erklärt Alexander Eisenblätter von der verantwortlichen Saxonia Standortent- wicklungs- und -verwaltungsgesellschaft. "Das Dach von der Treibehütte wurde kürzlich fertiggestellt", sagt er. Demnächst komme das der Schachtofenanlage dran. Zuvorderst stehe die Sicherung der Gebäude, bevor diese eines Tages einmal grundlegend saniert werden könnten.

Zumindest das Erdgeschoss des ältesten Hauses an diesem Ort, dem Huthaus, ist schon wieder in einem guten Zustand. Über das EU-Projekt "Refresh" konnte es durch die Saxonia hergerichtet werden. "Dabei geht es um die Wertsetzung von Industriebrachen", erklärt Eisenblätter. Büros, Sanitäranlagen, aber auch ein Mehrzweckraum sind entstanden. All das kann von Kreativen oder solchen, die sich etwa mit dem Hüttenkomplex beschäftigen wollen, angemietet werden. Dabei fallen lediglich die Nebenkosten an.

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