Abkühlung im milden Winter

Eppendorfs Polarfüchse sind in die Fluten gestiegen - im Beisein eines Radiomoderators. Am Samstag haben die Falkenauer Programm.

Eppendorf.

Wenn "MDR Sachsen"-Moderator Silvio Zschage auftaucht, hat er gute Musik im Gepäck und ein Lächeln auf dem Gesicht. Am Mittwoch aber verschwand für einen Moment sein Optimismus, als der Radio-Mann eingeladen wurde, mit in das Becken des Eppendorfer Freibads zu springen. "Bei einer Temperatur von 4 Grad Celsius war das keine Option für mich", sagte Zschage lachend, nachdem er die Offerte ausgeschlagen hatte.

Das Bad im kühlen Nass überließ er lieber den Spezialisten. Die Eppendorfer Polarfüchse zeigten gemeinsam mit ihren Gästen, den Eisbadern Falkenau, wie wohl man sich bei dieser Witterung im Freibad fühlen kann. Dabei blieben die abgehärteten Damen und Herren nicht unter sich. Vielmehr ließen sich zahlreiche Gäste in warmer Kleidung am Beckenrand einen Imbiss schmecken.

Der Eppendorfer Stephan Endler hatte sich in Absprache mit den Polarfüchsen im Radio beim derzeit laufenden "MDR Sachsen"-Duell angemeldet - und gewonnen. So rückte der Morgenmoderator mit Proviant im Kofferraum an, um Eisbader und Gäste zu bewirten und rund eine Stunde für Unterhaltung zu sorgen. Eingepackt in dicker Jacke und Hose führte er diverse Interviews. Da Endler für Teilnahmen an Radio-Aktionen offenbar einen Pakt mit Fortuna geschlossen hat, ist es ihm in den vergangenen Jahren gelungen, Zschage schon viermal in die Freizeiteinrichtung zu lotsen. "Ich sollte mal mit meinem Chef reden, ob wir hier ein Außenstudio einrichten", so der Sprecher-Profi schmunzelnd. Die Idee, im Winter in Eppendorf aufzutauchen, wurde im Sommer geboren. Da war Zschage zuletzt zu Gast. "Damals wurde ich vom Moderator gefragt, warum ich nicht ins Wasser gehe. Ich erklärte, dass es mir zu warm ist, meine Freibadzeit erst in der kalten Jahreszeit kommt. Davon kann er sich überzeugen", erinnerte sich Jürgen Wolf. Der 70-Jährige war 1983 dabei, als die Polarfüchse Eppendorf gegründet wurden. "Von damals ist niemand mehr dabei. Nach einer Flaute habe ich die Sache 2017 wiederbelebt und steige jetzt mit meinen sieben Enkeln ins kalte Wasser", sagte Wolf. "Das machen alle freiwillig", betonte der Polarfuchs-Chef.

Zu den Utensilien der Eisbader gehöre eine Schneeschippe. "Auch wenn es derzeit kein Thema ist - die haben wir schon gebraucht, um uns den Weg ans Wasser freizumachen", verriet er. Doch diese Saison kann Familie Wolf ohne derartige Vorbereitung ins Becken. Tina Petzold, die Chefin des mehr als 40 Mitglieder zählenden Badvereins, sah dem Trubel entspannt zu und richtete ihre Gedanken in die Zukunft. "Je nach Wetterlage, wird die Saison bei uns Ende Mai/Anfang Juni beginnen. Bis dahin haben wir uns das Ziel gesetzt, den Kioskumbau abzuschließen. Nach den Investition der vergangenen Jahre bleibt sonst alles zunächst unverändert", sagte die Vorsitzende.

Die Gäste aus Falkenau nutzten den Termin, um sich für Samstag in die richtige Verfassung zu bringen. "Es ist jeder, der mit uns baden oder zuschauen möchte, willkommen. Wem es zu kalt wird, der kann sich mit Speisen und Getränken vom Kiosk aufwärmen", so Michael Friedl von der Falkenauer Truppe.

Die Eiswasserparty der Falkenauer Eisbader findet am morgigen Sonnabend, 14 Uhr, im Freibad Falkenau, Badweg 4, statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...