Aktionstage kommen gut an

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Dienstags gibt es in der Gaststätte Höckericht Augustusburg zum Beispiel Spare Ribs. Die Kunden honorieren das Angebot. Aber eine Dauerlösung kann das nicht sein.

Augustusburg.

In coronabedingt umsatzschwacher Zeit während der verordneten Schließzeit gibt es aus dem Restaurant Höckericht Augustusburg ein Lebenszeichen: Inhaber und Koch Heiko Küchler bietet im Barbecue-Stil zubereitete Schälrippchen außer Haus an.

"Mit thematisch-kulinarischen Aktionstagen wie dem Spareribs-Angebot oder dem Burger-Tag halten wir derzeit unseren Gaststättenbetrieb wenigstens ein bisschen am Laufen", sagt Küchler, der angesichts unklarer Perspektiven für die Gastronomie und Einzelhandel derzeit unter Dampf steht. "Eigentlich ist es ein Tropfen auf den heißen Stein, aber die einzige Chance, überhaupt seinen Beruf noch auszuüben und das Geschäft bei den Kunden in Erinnerung zu halten", sagt der Koch.

Jeweils ab 17 Uhr stellt der Gastwirt außer montags ein Gericht zum Ordern bereit. "Das in der ersten Schließzeit unterbreitete Mittagsangebot an den Wochenenden führe ich nicht fort, es hat zu wenig Nachfrage gefunden", erklärt der Augustusburger. "Das liegt auch mit daran, dass die Ausgehregeln des ersten Lockdowns strikter waren und diesmal bestimmte Lebensmittelangebote weiterhin verfügbar sind." Als gut nachgefragt schätzt er rückblickend den Martins-Gans-Aktionstag ein. "Da sind über 100 Portionen rausgegangen und auch das Adventsgeschäft lief mit rund 50 Portionen abgeholtem Festessen an den Weihnachtstagen zufriedenstellend."

Verbitterung schwingt beim Gastgeber mit, der nachrechnet, dass derzeit nur ein Fünftel des sonst zu verzeichnenden Umsatzes zu erzielen ist. "Die Schließzeit trifft umso härter, als wir vorab erheblich ins Geschäft investiert, dafür unsere Rücklagen angegriffen haben. Ob die Neuerungen im Gastraum oder in der Küche, sie amortisieren sich derzeit nicht." Gerade im Ergebnis des ersten Lockdowns rüstete sich das Höckericht-Team mit den Empfehlungen der Dehoga für die Hygienebestimmungen. Dazu zählt eine Gläserspüle, um die Getränkebehältnisse in Viruszeiten noch effizienter zu säubern, oder die temperierbare Salattheke. "Alles angeschafft in der Hoffnung, einen Grundbetrieb aufrecht erhalten zu können. Statt 90 verfügbaren Plätzen haben wir das Sitzangebot auf 40 reduziert. Aber bislang alles umsonst", ärgert sich Küchler.

Nun ist eine Last zumindest zeitweilig abgefallen: "Die November- bzw. Dezemberhilfe des Bundes ist eingetroffen", sagt Küchler. "Aber das Geld war kaum auf dem Geschäftskonto, da war der Beitrag schon wieder aufgebraucht. Es haben sich einfach zu viele Ausgaben angehäuft." Bis April sei das Geschäft gesichert, doch danach werde es wieder eng ...

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.