Alter Bahnhof Eppendorf: Erste Mieter ziehen ein

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Für mehr als 800.000 Euro hat die Gemeinde Eppendorf das historische Gebäude umbauen lassen. Jetzt richtet der erste Verein seine Räume ein. Der nächste folgt im März.

Eppendorf.

Die Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes Mulde-Flöha haben in den vergangenen Tagen Schreibtische aufgebaut, Büroschränke eingeräumt und Computerarbeitsplätze eingerichtet. Denn der Verein zieht als erster Mieter in das ehemalige Bahnhofsgebäude in Eppendorf. Für etwa 800.000 Euro hatte es die Gemeinde zum Dorfgemeinschafts- und Vereinshaus umbauen lassen.

In Eppendorf hielten bis Ende 1967 Züge der Kleinbahnlinie zwischen Hetzdorf und Eppendorf, danach wurde der Betrieb der Eisenbahn eingestellt. Mehr als ein Jahrzehnt hatten sich insbesondere Jürgen Fischer und Dieter Rehwagen sowie der später gegründete Verein "Altes Bahnhofsviertel" für den Erhalt des historischen und jahrelang leer stehenden Gebäudes starkgemacht. Ende 2018 begannen schließlich die Sanierungsarbeiten.

Eppendorfs Bürgermeister Axel Röthling (SPD) ist froh, dass nun wieder Leben in das Haus einzieht. "Wir haben auch bereits mit dem Verein ,Altes Bahnhofsviertel' einen Mietvertrag für die obere Etage geschlossen, der ab 1. März gilt. Dort soll Schritt für Schritt die Modellbahnanlage, die bisher in der Alten Schule untergebracht ist, aufgebaut werden", sagt der Bürgermeister.

Dass im Erdgeschoss vorerst nichts passiert, sei Absicht. Denn die Etage sei für öffentliche Veranstaltungen oder gemeinsame Aktivitäten und Interessengruppen vorgesehen. "Dabei bremst uns die Coronapandemie derzeit aus", so Röthling.

Jörg Semmig, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, freut sich über das neue Domizil seines Vereins in der ersten Etage. Bisher waren die Geschäftsräume im ehemaligen kleinen Bahnhofsgebäude von Großwaltersdorf. "Wir können nun größere, hellere und viel freundlichere Räume nutzen, haben ein separates Besprechungszimmer und moderne sanitäre Anlagen. Damit verbessern sich unser Arbeitsbedingungen um ein Vielfaches. Die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung funktioniert seit vielen Jahren sehr gut", lobt Semmig. Zudem wolle der Verein den großen Raum im Erdgeschoss zeitweise für Schulungen oder Ausstellungen mieten.

Das Arbeitsgebiet des Landschaftspflegeverbandes umfasst ganz Mittelsachsen. Auch in der Gemeinde Eppendorf sind die Mitglieder sehr aktiv. "Wir organisieren unter anderem die traditionellen Naturmärkte und mittelsächsischen Streuobsttage, die auf dem Gelände des Kartoffellagerhauses Großwaltersdorf stattfinden. Zudem beraten wir regelmäßig ortsansässige Landwirte, Grundstückseigentümer oder Kommunen, wenn es beispielsweise um Fördermittelanträge geht", zählt Semmig auf.

Der Landschaftspflegeverband ist aber auch Ansprechpartner zum Erhalt der Kulturlandschaft, für Schutz und Pflege von Lebensräumen, Förderung seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten oder für den Erhalt und die Sanierung von Teichen. "Diese Kleingewässer spielen beim Hochwasserschutz und als Wasserreserven ein große Rolle", betont der Geschäftsführer. Bei Aufbau und Betreuung der Amphibienzäune am Eppendorfer Teichweg arbeitet sein Team eng mit der Arbeitsgemeinschaft (AG) Naturschutz aus Eppendorf zusammen, die Matthias Vogel leitet. "Die AG kann künftig auch unseren Besprechungsraum für den theoretischen Unterricht nutzen", sagt Semmig, der seit einigen Monaten auf einer neue Kollegin bauen kann: Juliane Seidel. Wer Hecken pflanzen möchte, um den Naturschutz zu verbessern, und finanzielle Unterstützung braucht, kann sich von Jutta Schneller beraten lassen. Komplettiert wird das Verbandsteam von Katrin Wendlandt.

Kontakt: Ruf 037293 89989, E-Mail: joerg.semmig@lpv-mulde-floeha.de

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