Anklage wegen Brandstiftung

Ein 72-Jähriger soll im Fürstenwald gezündelt haben. Insgesamt wurde zu 21 Fällen ermittelt; drei sind nun dem Gericht übergeben worden.

Freiberg.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat Anklage gegen einen 72-Jährigen wegen Brandstiftung im Fürstenwald erhoben. Das Schreiben sei beim Schöffengericht Freiberg unter dem Aktenzeichen 6 Ls 250 Js 27077/18 eingegangen, bestätigte Barbara Kaltschik als Sprecherin des Amtsgerichts. "Über die Eröffnung des Hauptverfahrens ist noch nicht entschieden, sodass ein Termin für eine Verhandlung nicht bestimmt ist", teilte die Richterin und ständige Vertreterin des Gerichtsdirektors weiter mit.

Laut Ingrid Burghart von der Staatsanwaltschaft Chemnitz werden dem Senior in der Anklage eine versuchte Brandstiftung und zwei Brandstiftungen in Tateinheit mit versuchter Brandstiftung zur Last gelegt. Nach Abschluss der Ermittlungen sei der Angeschuldigte dringend verdächtig, jeweils in der Nähe des Waldparkplatzes "Fürstenwald" bei Freiberg gezündelt zu haben.

So soll er am 15. August 2018 einen Ast entzündet haben. Das umliegende trockene Laub brannte weiter - Spaziergänger löschten die Flammen. "Eine Ausbreitung des Brandes auf das Waldgebiet hatte er dabei in Kauf genommen", so die Oberstaatsanwältin. Am 30. April 2019 habe der Senior einen Stapel Baumstämme entzündet; auch hier hätte sich das Feuer auf den Wald ausbreiten können. Der Brand sei jedoch rechtzeitig entdeckt und gelöscht worden. Das gelte auch für die Brandstiftung am 4. Juni 2019, bei der zwei Stapel Baumstämme entzündet wurden. Dabei sei ein in der Nähe abgestellter Bagger in Gefahr gebracht worden.

"Da es sich bei den Baumstämmen um landwirtschaftliche Erzeugnisse handelt, die selbstständig brannten, liegt insoweit vollendete Brandstiftung vor", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In allen Fällen liege zudem versuchte Brandstiftung vor, da der Angeschuldigte aufgrund der trockenen Witterungsverhältnisse mit einem Ausbreiten des Brandes auf das Waldgebiet rechnen musste. Der Angeschuldigte bestreite die Tatvorwürfe. Der dringende Tatverdacht ergebe sich jedoch aus den Angaben mehrerer Zeugen, den eingeleiteten Observationsmaßnahme und der Funkzellenauswertung.

18 weitere Fälle der versuchten und vollendeten Brandstiftung seit Januar 2015 konnten dem Angeschuldigten nicht nachgewiesen werden, so Burghart. Der Mann habe die Tatvorwürfe bestritten; Zeugen seien nicht vorhanden und relevante Beweismittel - insbesondere DNA-Spuren - konnten nicht gesichert werden. Auch die Wohnungsdurchsuchung habe keine Hinweise erbracht: "Dass der Angeschuldigte wegen der drei angeklagten Brandstiftungen überführt werden konnte genügt nicht, ihn auch wegen ähnlicher Delikte anzuklagen."

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